Nationalsozialismus und Arbeitermilieus. Der nationalsozialistische Angriff auf die proletarischen Wohnquartiere und die Reaktion in den sozialistischen Vereinen.

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Bonn

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ZLB: 99/702

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Abstract

Anders als die Vielzahl von Untersuchungen auf betrieblicher Ebene rückt die mit dem Milieuansatz operierende Studie für die Zeit bis 1933 den Vorstoß der Nationalsozialisten in die proletarische Wohnquartiere sowie für die Jahre der NS-Herrschaft das Verhalten der in den sozialistischen Kulturorganisationen und Milieuvereinen organisierten Arbeiterschaft in den Mittelpunkt. Durch das Heranziehen unterschiedlich gelagerter Fallbeispiele, alle aus dem großstädtischen Bereich, mit den Schwerpunkten Berlin und Hannover und einzelnen konkreten Mikromilieus aus München, Stuttgart, Leipzig, Düsseldorf, Essen, Hamburg und Bremen, wird versucht, typische Formen von Anpassung und Mitläufertum, aber auch von unorganisierter Opposition bis zum politischen Widerstand auf Quartiersebene und im Kontext der Milieuvereine zu fassen. Im Verlauf der Darstellung folgt einer groben Skizze der Milieukonstellationen in den untersuchten Städten in einem ersten Untersuchungsschwerpunkt die Rekonstruktion des Einbruchs der Nationalsozialisten in unterschiedlich strukturierte proletarische Quartiersmilieus. Im folgenden wird das Spektrum des Verhaltens unter der NS-Herrschaft auf einer wiederum niedriger angesiedelten Aggregatebene verfolgt. Wegen der schlechten Quellenlage stehen hier allerdings nicht informelle Nachbarschaftsbeziehungen oder einzelne Freundeskreise innerhalb der exemplarisch untersuchten Quartiere im Zentrum der Betrachtung, sondern wird - im Spannungsfeld von überlokaler Organisationsgeschichte und konkreten Fallbeispielen - das Verhalten der Mitglieder der freizeitkulturellen Milieuvereines (als Kreise Gleichgesinnter) untersucht. Schließlich wird durch die Heranziehung von individuellen Fallbeispielen versucht, die anhand der Quartiersmilieus und der Vereinsmilieus herausgearbeiteten Befunde an ausgewählten Einzelfällen zu überprüfen und damit letztlich auch den Erklärungswert des Milieuansatzes für Anpassung oder Verweigerung gegenüber dem NS-Regime auf den Prüfstand zu stellen. Ergänzend wird in geraffter Form ein Seitenblick auf das katholische Sozialmilieu als Parallelfall zu den im Band in den Mittelpunkt gerückten sozialistischen Milieuzusammenhängen geboten. goj/difu

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820 S.

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Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte; 47