Zeit ist nicht nur Geld! Wachstumskritische Lebens- und Wirtschaftsformen aus der Perspektive der Zeitgerechtigkeit betrachtet.

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Hannover

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ZLB: Kws 108/330

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Als Postwachstum oder Degrowth werden Modelle bezeichnet, die eine Veränderung der globalen und lokalen Lebensstil- und Wirtschaftsmuster hin zu weniger Konsum fordern. Gemeinsam ist Vertretern der wachstumskritischen Denkrichtung die Überzeugung, dass für eine zukunftsfähige Entwicklung Formen von Wirtschaft und Gesellschaft aufzubauen sind, die unabhängig von Wirtschaftswachstum funktionieren. Einen wichtigen Aspekt in der der lebensweltlichen Umsetzung von Postwachstumsmodellen stellt häufig der veränderte Umgang mit Zeit dar: Wachstumsdruck und Konsumzwang führen, so vielfach die Argumentation, zu Beschleunigung, zu individuellem Zeitmangel und psychischen Belastungen. Folge sei entweder eine Erhöhung der Geschwindigkeiten (z.B. von Produktion, Transport, Konsum, Information) oder die Vergleichzeitigung der Prozesse, also eine Zeitverdichtung. Durch eine Reduzierung der Erwerbsarbeitszeit könne, so die Argumentation der Vertreter von Postwachstumsmodellen, der Lebensstil konsumärmer, suffizienter und ökologisch nachhaltiger werden. Diskussionen zu Zeitgerechtigkeit und Postwachstum weisen Verbindungen auf, die sich, bezogen auf die Erfüllung der verschiedenen Daseinsgrundfunktionen, in der Stadt konkretisieren lassen.

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S. 65-85

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Forschungsberichte der ARL; 9