Qualifikation und Einkommen in Industriedistrikten. Befunde aus Gnosjö in Schweden.
Leibniz-Institut für Länderkunde
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Leibniz-Institut für Länderkunde
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DE
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Leipzig
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0943-7142
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ZLB: Kws 165 ZB 2033
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Abstract
Industriedistrikte, verstanden als branchenspezifisch stark vernetzte Produktionsnetzwerke aus vorwiegend kleinen und mittleren Unternehmen, genießen in der Wirtschaftsgeographie eine besondere Aufmerksamkeit. Zugleich ist in der Bildungsgeographie belegt, dass mit Zunahme des Qualifikationsniveaus der Bevölkerung das Einkommen in einer Region steigt. Theoretische Argumente dafür liefern zum Beispiel die Humankapitaltheorie und wissensbasierte Ansätze der Regionalentwicklung. Der Beitrag untersucht, ob dieser generelle Zusammenhang auch für Industriedistrikte zutrifft. Konkret geschieht das am Beispiel der Region Gnosjö in Schweden. Die methodische Basis für die Analyse sind Sekundärstatistiken und Experteninterviews. Die Analyse zeigt, dass das formelle Qualifikationsniveau in dem ausgewählten Distrikt ausgesprochen gering ist, dass aber im landesweiten Vergleich ein überdurchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen erzielt wird. Ursachen dafür lassen sich in den Industriedistriktstrukturen finden. Das Qualifikationsniveau ist vergleichsweise gering, weil die Firmen stark spezialisiert sind, sie meist nur im niedrigen und mittleren Technologiebereich tätig sind und weil die Wertschöpfung vor allem durch schwer zu kodifizierendes Erfahrungswissen geprägt ist. Wirtschaftlich erfolgreich sind die Firmen durch ihre starke Vernetzung untereinander, durch die Bedienung von Nischenmärkten und eine distrikt- und damit kooperationsbedingte (gemeinsame) Anpassungsfähigkeit der Betriebe. Die Unternehmen sind intensiv in die Gesellschaftsstruktur eingebunden und übernehmen eine hohe Verantwortung für ihren Betrieb, die Beschäftigten und die darüber hinausgehenden gesellschaftlichen Gestaltungsprozesse. Einen positiven Effekt auf das Einkommen haben neben den vergleichsweise sozial eingestellten Gründern bzw. Inhabern der Firmen aber auch starke Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften.
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Europa Regional
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Nr. 2
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S. 45-58