Zur Regionalentwicklung Berg-Karabachs unter besonderer Berücksichtigung der Städte Stepanakert und Schuschi.
Leibniz-Institut für Länderkunde
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Leibniz-Institut für Länderkunde
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DE
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Leipzig
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0943-7142
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ZLB: Kws 165 ZB 2033
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Abstract
Der Artikel beleuchtet Formen und Bedingungen der Regional- und Stadtentwicklung in der (international nicht anerkannten) Republik Berg-Karabach (NKR). Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Städte Stepanakert und Schuschi, deren funktionale und demographische Entwicklung einen divergenten Charakter aufweist. So nimmt die Bevölkerung Stepanakerts seit knapp 100 Jahren nahezu kontinuierlich zu, während Schuschi deutlich hinter der Einwohnerzahl aus vorsowjetischer Zeit zurückbleibt. In Stepanakert sind, im Unterschied zu Schuschi, keine direkten Spuren von Kriegszerstörungen mehr zu finden. Beide Städte verkörpern die Veränderungen und Errungenschaften, aber auch die aktuellen Probleme Berg-Karabachs. Zwar wachsen Stepanakert und Schuschi seit mehr als zehn Jahren ökonomisch und demographisch, doch sind Elemente einer egalitätsorientierten Kriegs- und Überlebensökonomie noch immer wirksam und Resultat der Perpetuierung des Karabach-Konflikts. Die Armee der Republik Berg-Karabach ist anerkannter Sicherheitsgarant und hat eine erweiterte Alltagspräsenz, unter anderem als bau- und wohnungswirtschaftlicher Investor, wobei sie gewisse Exklusionstendenzen neoliberaler Stadt- und Regionalentwicklung nicht zuletzt durch Subventions- und Förderprogramme zur Partizipation kompensiert. Die Stadt- und Regionalentwicklung in Berg-Karabach kombiniert somit postsowjetische Entwicklungsmuster peripherer Städte und Regionen (Deindustrialisierung, Investitionskapitalmangel, Abwanderung etc.) mit typischen Merkmalen von Nachkriegsgesellschaften (Priorität von Reproduktion und Rekonstruktion). Diese Kombination wäre auch bei der Auswahl von Beispielen zu weiteren Vergleichszwecken zu berücksichtigen, damit weder postsowjetische Pfadabhängigkeiten noch die Herausforderungen ignoriert werden, die sich für Stadt- und Regionalentwicklungen in Nachkriegsgesellschaften unter Bedingungen fehlender internationaler Anerkennung ergeben.
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Europa regional
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Nr. 1
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S. 38-55