Reurbanisierung und residenzielle Selbstselektion. Determinanten der Standort- und Verkehrsmittelwahl Bewusster Innenstadtbewohner.

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Der Untersuchungsansatz der Arbeit besteht in der quantitativ statistischen Untersuchung der Wirkungen residenzieller Selbstselektion auf individueller und kollektiver Ebene. Grundlage der Analysen sind primär-statistische Daten aus einer schriftlichen Befragung von Zu- und Umzüglern in drei Modellstädten (Hamburg, Leipzig und Aalen). Die Analysen auf individueller Ebene zeigen, dass die Wahl eines innerstädtischen Standorts insbesondere auch aufgrund spezifischer Präferenzen hinsichtlich raumstruktureller Erreichbarkeiten erfolgt. Hierbei sind es insbesondere Haushalte mit einer Präferenz für gute nahräumliche Erreichbarkeiten, die in innerstädtische Gebiete ziehen bzw. sich im Sinne der Selbstselektionshypothese "hineinselektieren". Darüber hinaus belegen die Modellschätzungen den vermuteten direkten und indirekten Einfluss residenzieller Selbstselektion auf die Verkehrsmittelnutzung. Zum einen wirken die Standortpräferenzen neben raumstrukturellen und soziodemographischen Aspekten in plausibler Richtung direkt auf die Intensität der Verkehrsmittelnutzung. Zum anderen kann aus den Ergebnissen geschlossen werden, dass residenzielle Selbstselektion auch indirekt über die raumstrukturellen Erreichbarkeiten am bewusst gewählten Standort auf die Verkehrsmittelnutzung wirkt. Als prototypische Reurbaniten stellen die Bewussten Innenstadtbewohner somit ein bedeutendes Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung der städtischen Verkehrsnachfrage dar. Um dieses Potenzial zu realisieren, bedarf es jedoch einer aktiven planerischen Strategie. Diese umfasst neben einer strategischen, auf Mobilität statt Verkehr fokussierten Planung, die Schaffung verkehrssparsamer Raumstrukturen auf Angebotsebene, sowie nachfrageseitig die zielgruppenspezifische Kommunikation der so geschaffenen Erreichbarkeitsqualitäten.

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262 S.

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Berichte des Instituts für Stadtbauwesen und Stadtverkehr; 58