Die Stigmatisierung der banlieues in Frankreich seit den 1980er Jahren als Verräumlichung und Ethnisierung gesellschaftlicher Krisen.

Leibniz-Institut für Länderkunde
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0943-7142

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27. Oktober 2005 in Clichy-sous-Bois, eine Vorstadt von Paris: Zwei Jugendliche sterben auf der Flucht vor der Polizei in einem Umspannwerk. Im Nachgang entwickeln sich Unruhen zwischen Jugendlichen und der Polizei, die ein nationales Ausmaß erreichen und mehr als drei Wochen andauern. Die Ursachen und Hintergründe dieser Vorortunruhen werden in der öffentlichen Diskussion unterschiedlich gerahmt: als Konsequenz städtebaulicher und sozioökonomischer Problemlagen bestimmter Orte, als Ausdruck von wachsender Kriminalität in den banlieues (den Vororten französischer Städte) sowie als Folge mangelnder Integration ethnisch beziehungsweise religiös definierter Gruppen. Der Beitrag beleuchtet die Geschichte der Stigmatisierung der banlieues und ihrer Bewohner und zeigt aus einer diskurstheoretischen Perspektive Entwicklungslinien der "Krise der Vorstädte" auf. Auf der Basis einer lexikometrischen Analyse des banlieues-Diskurses in der großen französischen Tageszeitung Le Monde seit den 1980er Jahren wird deutlich, dass die Stigmatisierung der banlieues und ihrer Bewohner als eine Verräumlichung, Versicherheitlichung und Ethnisierung gesellschaftlicher Problemlagen interpretiert werden kann.

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Europa regional

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Nr. 2-3

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S. 63-75

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