Stadtumbau als Begriff und politisches Deutungsmuster.

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Berlin

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ZLB: Kws 102/145

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Abstract

Die außerordentliche Reduktion von Komplexität im Rahmen des gängigen "Stadtumbau"-Deutungsmusters hat ihren Preis: Zugunsten lokaler Handlungsfähigkeit und der Orientierung auf Abriss-Mengenziele werden nicht nur die Vielschichtigkeit der Wohnungsmärkte und damit die Anforderungen an deren Stabilisierung, sondern auch die Steuerungsprobleme einer umfassenden städtischen Erneuerung ausgeblendet. Das monokausale Interpretations- und Handlungsmuster "Beseitigung des Wohnungsüberschusses" und die kommunikative In-eins-Setzung von Ziel und Mitteln bei der Diskussion des "Stadtumbaus" schützen zwar vor Kritik, blockieren aber auch eine kritische fachliche Debatte der Governance des Stadtumbaus und damit von Steuerungsoptionen jenseits des Status Quo der heutigen Praxis. Eine solche Diskussion ist jedoch notwendig, stößt doch selbst die als defizitär kritisierte Politik umfangreicher Wohnungsabrisse in Ostdeutschland offenbar an ihre Grenzen. So ist die Rede von "Umsetzungsschwierigkeiten" ein Indiz dafür, dass die Praxis des "Stadtumbau Ost" sogar unter dem selektiven Blickwinkel des Steuerungsziels "Wohnungsmengenreduktion" mit Problemen zu kämpfen hat. Und diese Schwierigkeiten dürften in Zukunft noch deutlich zunehmen. Nach Einschätzung von Beobachtern werden die künftigen Stadtumbaumaßnahmen mit wesentlich kleinteiligeren und komplizierteren städtebaulichen Situationen konfrontiert sein, da die Bestände und Akteurskonstellationen, mit denen man in der Vergangenheit beim Abriss "Masse machen" konnte, inzwischen weitgehend abgearbeitet sind.

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S. 431-444

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Almanach. Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung; 2012/2013