Klima und Mobilität 2.0. Verkehrsentwicklung seit Beginn der Klimadiskussion. T. 2.
E. Schmidt
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Herausgeber
E. Schmidt
Sprache (Orlis.pc)
DE
Erscheinungsort
Berlin
Sprache
ISSN
0340-4536
ZDB-ID
Standort
ZLB: Kws 335 ZB 6808
BBR: Z 545
BBR: Z 545
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Autor:innen
Zusammenfassung
Der Verkehrssektor ist als gesellschaftlicher Teilbereich von großer Komplexität. Wegen seiner positiven Potenziale für die Verkehrsteilnehmer ist das System "Automobilität" nicht in maßgeblicher Höhe von alternativen Systemen zu ersetzen. Gleichzeitig hat der motorisierte Individualverkehr einen erheblichen Anteil an den negativen Folgen für das Klima. Verkehrspolitik ist daher ein außerordentlich wichtiges Handlungsfeld in der Diskussion um den Klimawandel. In einem Raum- und Verkehrs-System, das sich seit mehr als einem halben Jahrhundert automobilitätsgestützt weiterentwickelt hat, ist es entscheidend, die Zusammenhänge zwischen Alltagsleben und Wirtschaftsweisen einerseits, der dafür genutzten Umwelt andererseits sowie resultierenden Verkehrsvorgängen abbilden zu können. In dem Beitrag wird hierfür die Verkehrssimulation für die Entwicklung der Region Berlin-Brandenburg aus dem Jahr 1990 als Anwendungsbeispiel für eine Stadtregion herangezogen. Ausgangspunkt der Diskussion um die Entwicklung der Metropolregion war die Berliner Wunschvorstellung von Konstanz der Einwohnerzahl und insbesondere der Beschäftigtenzahlen auf der Fläche Berlins. Im Gegenszenario wurde angenommen, dass gewerblich Beschäftligte zur Hälfte (200.000) im Umland angesiedelt werden und dass 250.000 Tausend Berliner in das Umland abwandern. Die Planungsüberlegungen wurden Anfang der 1990er Jahre von vielen Politikern angezweifelt. Heute zeigt sich, dass doppelt soviel Einwohner ins Umland abgewandert sind und Gewerbe ist nur im Umland neu entstanden. Ausgehend von diesem Szenario werden die neuen Klimaschutz-Szenarien 2050, die unter Federführung des Öko-Instituts im Auftag des Bundesumweltministerium (BMU) entwickelt werden, kritisch betrachtet. Im Verkehrsteil der Szenarien entsprechen die dort angesprochenen Kenngrößen den Ausführungen im Verkehrsbericht der EK-Klima zur CO2-Minderung. Die dort skizzierten Annahmen beruhen auf Erfahrungen mit Marktentwicklungen, Kaufverhalten, der Diffusion von Innovationen und entsprechen sozialwissenschaftlicher Analyse. 20 Jahre nach dem Bericht der EK-Klima ist festzustellen, dass bis heute beim Energieverbrauch ausschließlich die Minderungen eingetreten sind, die aufgrund der technischen Entwicklung anvisiert wurden. Im Fazit wird festgestellt, dass ein neuer Anlauf für eine Verbesserung der Klimaverträglichkeit des Verkehrs das "räumliche Ausufern" generell in Frage gestellt werden sollte und eine Gesamtstrategie für eine Integration der Verkehrserfordernisse entwickelt werden müsste.
Beschreibung
Schlagwörter
Zeitschrift
Verkehr und Technik
Ausgabe
Nr. 7
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Seiten
S. 231-234