Das Konzept des Sozialkapitals in der stadtpolitischen Diskussion.

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
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Herausgeber

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Sprache (Orlis.pc)

DE

Erscheinungsort

Bonn

Sprache

ISSN

0303-2493

ZDB-ID

Standort

ZLB: 4-Zs 2548
BBR: Z 703
IFL: Z 0073
IRB: Z 885

Dokumenttyp (zusätzl.)

Autor:innen

Zusammenfassung

Der Beitrag thematisiert Formen öffentlich-privater Kooperation, die häufig mit dem Konzept des Sozialkapitals begründet werden. Gemeint sind Partizipationsstrategien, die - vor allem für die Bearbeitung neuer städtischer Problemlagen - auf die Einbindung der Ressourcen und Potenziale zivilgesellschaftlicher Akteure und Netzwerke in Urban Governance-Strukturen zielen. Die Aktivierung und Beteiligung von Bürgern, insbesondere marginalisierter Bevölkerungsgruppen, z.B. an der Stadt(teil)entwicklung erfolgt in der Annahme, dass die Ressourcen dieser Gruppen, vermittelt über intermediäre Organisationen, in Form von sozialem "Kapital" in die Bewältigung städtischer Krisenphänomene eingebracht werden können. Eine Analyse der Annahmen des Sozialkapital-Konzepts sowie seiner Umsetzung in diversen Programmen verweist jedoch auf gravierende Ambivalenzen in diesem Diskurs: Einerseits bringt das Konzept die Zivilgesellschaftlichen und intermediären (Drittsektor-)Organisationen auf die Ebene von Markt- und Staatsakteuren. Es macht sie andererseits aber auch nutzbar für Bemühungen, neoliberale Restrukturierungen stärker gesellschaftlich zu verankern und deren Verwerfungen besser zu managen. Damit überfrachtet es sie mit (Selbst-) Aktivierungs- und Reparaturanforderungen, die die demokratische Substanz der anvisierten "Urban Governance" gefährden. Die sozial problematischen Folgen dieser Restrukturierung (Ausgrenzungsprozesse) werden zwar thematisiert, jedoch ökonomisiert und depolitisiert. Statt Bürger- und sozialen Rechten und sozioökonomischer Absicherung der Ausgegrenzten gelten in der Perspektive von Sozialkapital die Imperative von Konkurrenz und Vertragspflichten. difu

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Ausgabe

Nr. 9/10

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Seiten

S. 589-597

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