Konjunkturprogramm versus Kulturlandschaften. Ein grünes Energieparadies sieht anders aus.

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München

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ZLB: Kws 205 ZA 3492

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Abstract

Mit den Windmühlen vorindustrieller Epochen haben die heutigen Windräder nichts gemein. Sie sprengen jede Dimension, zerstören die Maßstäblichkeit der Kulturlandschaft, atmen nicht mehr den Geist und die Tradition einer Region. Es sind Industrieanlagen, getrimmt auf größtmögliche Effizienz und höchstmöglichen Ertrag, global produziert und global vermarktet. Sie unterscheiden sich gerade mal durch die Form der Generatorenkanzeln, die groß sind wie Garagen, und durch die Namen der Herstellerfirmen, die auf ihnen prangen. Nachdem der Ausbau der Offshore-Anlagen ins Stocken geraten ist, sollen Windkraftwerke auf dem Festland die Hauptlast der Energiewende tragen, sie verändern den Charakter einer Landschaft grundlegend. Seit die Bauern wie wild Energiemais und -raps anbauen, drohen ganze Landstriche zu veröden. Landschaftsschutz, schwaches Instrument staatlicher Daseinsvorsorge, wird ad absurdum geführt. Der Klimaeffekt geht gegen Null und droht ins Gegenteil umzuschlagen. Die Hersteller träumen vom grünen Energieparadies, einer Zeit des dauerhaften energetischen Überflusses, wenn das Ökostromangebot so üppig ist, dass der Kunde nur noch eine Art Flatrate zahlen muss und nach Herzenslust Strom verschwenden kann. Dafür wird ein nicht erneuerbares Gut wie die Schönheit der Landschaft geopfert und mit der Aufhebung der grundsätzlichen Knappheit der Energie fällt die letzte Grenze, die der menschlichen Hybris noch gesetzt ist und man wird weggespült von einem Tsunami des Hässlichen und Überflüssigen.

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Politische Ökologie

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Nr. 134

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S. 140-143

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