Viele Risiken - aber wenig Chancen? Wiedereinstieg von Frauen in der Lebensmitte in Verwaltungsberufe.

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DE

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Berlin

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ZLB: 2002/3484

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Zusammenfassung

Die vielbeschriebene Erosion von "Normalbiographien" wird bevorzugt an weiblichen Lebensläufen festgemacht. Allerdings wird dabei oft nur schlagwortartig der Wandel von der "Normal- zur Wahlbiographie" genannt. Weniger thematisiert wird dabei, dass es sich bei diesem Wandel nicht nur um eine Vermehrung von Optionen handelt, sondern damit auch neue Standardisierungen verbunden sind, die schon beinahe den Charakter einer neuen Normalbiographie annehmen. So wird von Frauen am Ende ihrer Familienphase erwartet, dass sie sich wieder dem Arbeitsmarkt "zur Verfügung stellen". Dieser Wiedereinstieg in den Beruf wird zwar von den Frauen erwartet, aber von unserer Gesellschaft kaum unterstützt, zumal in einer Zeit, in der vom "schrumpfenden Erwerbsarbeitsvolumen" die Rede ist. Was das für Frauen in der Lebensmitte (zwischen 40 und 60 Jahren) bedeutet, wie sie mit den widersprüchlichen Erwartungen umgehen und welche Krisen sie zu bewältigen haben, um die Berufsrückkehr zu realisieren, wird anhand von Verwaltungsmitarbeiterinnen untersucht. In einem historisch angelegten Überblick zur weiblichen Lebenssituation im Spannungsfeld von Familie und Arbeitsmarkt wird ein Abriss jener Entwicklungsetappe weiblicher Erwerbsarbeit dargestellt, in der sich Frauen Arbeitsmarktchancen als "Handlungsgehilfinnen" schaffen konnten und sich über einen längeren Prozess als "Verwaltungsmitarbeiterinnen" etablieren konnten. Ob Frauen vom normativen Erwartungshorizont der Gesellschaft her ihre "wahre Bestimmung" innerhalb, außerhalb oder im Pendeln zwischen Berufs- und Familienarbeit finden sollten, hing jeweils sehr stark von ökonomioschen Imperativen ab. Frauen waren und sind als "Reservearmee" eingesetzt worden. Eine dauerhafte Einbindung in den Arbeitsmarkt in der Gestalt eines "Lebensberufs" ist mit einer solchen ökonomischen Funktionsbestimmung nicht verbunden. Einen in unserer Gesellschaft normalisierten Weg für Frauen, die Beruf und Familie vereinbaren wollen oder die nach einer Familienphase wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, gibt es nicht. Für welche der Optionen sich Frauen letztlich entscheiden, es ist immer eine Entscheidung, die Ambivalenzen und Widersprüche erzeugt und vor allem gibt es nur noch die individualisierte Lebensform, in der jede Frau genau für die Entscheidung persönlich verantwortlich ist. Für den beruflichen Neuanfang fehlen geeignete Vorbilder, die Berufsrolle muss neu erarbeitet und mit Kompetenzen ausgefüllt werden, von der Familie muss Unterstützung eingefordert werden, um die durch den Wiedereinstieg anstehenden Anforderungen gerecht werden zu können. Andererseits zeichnen die Frauen selbst kein deprimierendes Bild ihrer Situation nach dem Wiedereinstieg in den Verwaltungsbereich. Der erfolgreiche berufliche Wiedereinstieg wird von den Frauen trotz aller Erschwernisse und Probleme, die dieser Schritt mit sich brachte, als wichtiges Ereignis in ihrem Leben eingestuft und als Elixier für eine sinnvolle Lebensbewältigung eingeschätzt. difu

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227 S.

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