Grünwärts. Die neue Lust an urbaner Natur. Greenwards. The new delight in urban nature.

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Stuttgart

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ZLB: Kws 125/106

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Abstract

Die Stadtmenschen sind ohne Zweifel vom Gartenvirus befallen. Es herrscht Garteneuphorie, denken wir nur an die renaturierten Flußufer, die weltweiten Urban-Gardening- und Urban-Farming-Projekte, die realisierten und projektierten grünen Hochhäuser, die utopischen Farmscraper eines Vincent Callebaut etwa, die Umnutzungen ehemaliger Hochbahntrassen zu begrünten Erholungsflächen, die Meditationsgärten von Piet Oudolf sowie die Vertikalgärten von Patrick Blanc. Mit Freude goutieren wir das Wachsen und Sprießen, das Säen und Ernten. Wir bringen dem Grünzeug inzwischen ebensoviel Zuneigung entgegen wie einem Haustier. Wir pflegen und hegen die Samen und Halme, die Blätter und Blüten, die Stauden und Gräser, die Büsche und Bäume mit einer Fürsorge, die ihresgleichen sucht. Dabei haben diese kulturell codierten Naturphänomene auch therapeutische Qualitäten, weil sie Selbstbestimmung und Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen versprechen. Es geht um nichts weniger als um die Reintegrierung der ersten Natur in den Bedingungskontext einer heute ubiquitären zweiten Natur. Für manche Menschen, etwa jene, die "Guerilla Gardening" betreiben, dienen die Wild- und Nutzpflanzen als Mittel der Systemkritik; andere, so die utopieverliebten, grün infizierten Vertikalplaner der Wandgärten oder entsprechend ausgestatteter Hochhäuser wie Ken Yeang begreifen sich wohl eher als eine systembejahende Avantgarde. Alle vom Gartenvirus Befallene aber verbindet, daß sie sich als Reformer, als Kämpfer und Mahner für eine Aussöhnung zwischen erster und zweiter, ubiquitär urbaner, Natur, aber auch zwischen Ökologie und Ökonomie betrachten.

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56 S.

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