Abriss als Zukunftsperspektive? Grenzen der Bestandserhaltung neu ausloten. Komplexe Bestandsquartiere.
Hammonia
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Datum
2010
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Herausgeber
Hammonia
Sprache (Orlis.pc)
DE
Erscheinungsort
Hamburg
Sprache
ISSN
0939-625X
ZDB-ID
Standort
ZLB: 4-Zs 613
BBR: Z 143
BBR: Z 143
Dokumenttyp
Dokumenttyp (zusätzl.)
Autor:innen
Zusammenfassung
Der staatlich unterstützte Abriss und Teilrückbau einiger hunderttausend Wohnungen im Rahmen des Stadtumbaus in den östlichen Bundesländern hat einen Umdenkungsprozess auch in den westlichen Bundesländern eingeleitet. Überlegungen zu Abriss als einer möglichen Handlungsoption können grundsätzlich zwei gegensätzliche Auslöser haben. Der offensive Ansatz verfolgt meist das Ziel einer Aufwertung von Quartieren zur Erzielung höherer Erträge, der besseren Ausnutzung von Grundstücksflächen oder zur Gewinnung neuer, attraktiver Nutzergruppen. Modernisierung, Rückbau und Nachverdichtung oder Abriss und Neubau sind dabei zu prüfende Szenarien. Der defensive Ansatz reagiert meist erst auf absehbare oder bereits eingetretene Problemsituationen in entspannten Wohnungsmärkten. Die Zunahme von Baumängeln und Schäden, hoher notwendiger Anpassungsaufwand an gestiegene Wohnstandards, eine einseitige Belegungspolitik, die Abwanderung zahlungskräftigerer Nutzergruppen, fehlende Nachfrage nach bestimmten Wohnungstypen, Zunahmevon Leerstand, hohe Fluktuation, sinkende Erträge und Verschlechterungen des Images zwingen dazu, über Investitionen nachzudenken. Häufig wird auf dabei Zeit gespielt durch Minimierung notwendiger Investitionen, Querfinanzierungen und die Belegung von Wohnungen um jeden Preis, um Leerstand zu vermeiden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat auf die Situation initiativ reagiert, indem seine Wohnraumförderung 2010 erstmalig die Möglichkeit vorsieht, nach dem Abriss höhergeschossiger Bauten aus den 1969er und 1979er Jahren Wohnungsneubauten am selben Standort zu fördern. Auch der Abriss als solcher kann in gewissem Umfang mitgefördert werden, wenn ein plausibles Konzept für die Aufwertung des Quartiers insgesamt erarbeitet wurde. In dem Beitrag wird in diesem Zusammenhang auf die Arbeiten des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hingewiesen, die sich der Systematisierung von Rahmenbedingungen und Entscheidungskriterien für oder gegen Abrissmaßnahmen widmen. Derzeit werden Grenzen der Bestandserhaltung praktisch ausgelotet und theoretisch begründet.
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Schlagwörter
Zeitschrift
Die Wohnungswirtschaft
Ausgabe
Nr. 9
Erscheinungsvermerk/Umfang
Seiten
S. 24-25