Projekte in der Stadtentwicklung. Eigenschaften und Handlungsempfehlungen.

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
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Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

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DE

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Bonn

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0303-2493

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ZLB: 4-Zs 2548
BBR: Z 703
IFL: Z 0073

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Abstract

Projekte sind ein zentraler Baustein der Stadtentwicklung und haben besonders durch den Strukturwandel an Bedeutung gewonnen. Werden industrielle oder infrastrukturelle Brachen in Bürostandorte umgewandelt, offenbart sich direkt der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft. Brachen werden zudem genutzt, um neue Wohnquartiere zu errichten, die das Wohnungsangebot erweitern oder verändern. Ein Merkmal neuerer größerer Projekte ist ihre Abkehr von streng monofunktionalen Entwürfen; im Quartiersmaßstand besteht die Tendenz zur Multifunktionalität. Ein weiteres Merkmal der Projekte unserer Zeit ist - über unmittelbare Reaktionen auf den gesellschaftlichen bzw. wirtschaftstrukturellen Wandel hinaus (Industrieflächen zu Büroflächen) - die sichtbare Positionierung im internationalen Standortwettbewerb: Projekte werden "festivalisiert", sollen den Städten Glanz verleihen, nach außen strahlen und "weiche" Standortfaktoren ausbauen, besonders solche, die von qualifizierten Arbeitskräften nachgefragt werden. Projekte sind aber kein Allheilmittel. Sie sind mit Risiken behaftet, da sie finanzielle und personelle Ressourcen in einem beträchtlichen Umfang binden. Erwartete Effekte auf die Entwicklung der Gesamtstadt bleiben spekulativ und treten wenn überhaupt erst langfristig ein. Da Stadtplanung und Stadtentwicklung dem Allgemeinwohl verpflichtet sind, sind sie auch gehalten, kurz- bis mittelfristige Schieflagen in der Stadt zu vermeiden, die durch die Vernachlässigung anderer Räume oder Funktionen entstehen. Projekte müssen deshalb in eine integrierte Stadtentwicklung eingebunden und in diesem Kontext in einem diskursiven Prozess erarbeitet werden. Dadurch werden Risiken reduziert, ebenso durch eine Projektkonzeption, die von vornherein auf einen Nutzen für "alle" ausgerichtet ist, anstatt diesen Nutzen ausschließlich der Spekulation zu überlassen.

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Nr. 11/12

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S. 563-574

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