Sommerfrische als Symbol- und Erlebnisraum bürgerlichen Lebensstils. Zur gesellschaftlichen Konstruktion touristischer ländlicher Räume.
Zitierfähiger Link
Lade...
Datum
Zeitschriftentitel
ISSN der Zeitschrift
Bandtitel
Herausgeber
Sprache (Orlis.pc)
DE
Erscheinungsort
Berlin
Sprache
ISSN
ZDB-ID
Standort
Dokumenttyp
Dokumenttyp (zusätzl.)
DI
EDOC
EDOC
Autor:innen
Zusammenfassung
Wie lässt sich das gesellschaftliche Konstruktionsprinzip touristischer ländlicher Räume erklären und was sucht der Tourist und Erholungssuchende in diesen Räumen, für die Naturnähe, Schönheit, Gesundheit und Ursprünglichkeit behauptet wird? Diesen Fragen nach der Erholungswirksamkeit des touristischen ländlichen Raums wird in drei argumentativen Strängen nachgegangen. Die Gegenweltthese bestimmt den touristisch-ländlichen Raum als eine idealisierte Gegenwelt zum Alltag. Mit der Semantikthese wird die soziologische System- und Kommunikationstheorie von Niklas Luhmann auf die Konstruktion touristischer Räume angewendet. Die Raumbedeutungen und Raumwahrnehmungen werden als ein Produkt gesellschaftlicher Kommunikation aufgefasst. Systemspezifische Kommunikationsmedien orientieren das räumliche Erleben, die möglichen Handlungsprogramme sowie deren Bedeutung auf der Ebene des individuellen Bewusstseins. Landschaft als ein wichtiger Aspekt ästhetisierter Raumdeutung ist ein Aspekt bzw. eine Ausdrucksform gesellschaftlicher Kunst- bzw. Kulturkommunikation. Ferner konstruiert die touristische Kommunikation Räume über das systemtheoretische Kommunikationsmedium Liebe. Die Identitätsthese geht von einer für den Einzelnen notwendigen permanenten Identitätsarbeit in der modernen Gesellschaft aus. In der Freizeit kann der Einzelne mittels Landschaft Vorstellungen und Erlebnisse von Freiheit und Einbindung reproduzieren. Touristische Gegenwelten sind dazu der funktionale Ort der Gesellschaft. Die ästhetische Landschaft und die idyllische Nahwelt sind der Ort, an dem das Ich sich als voraussetzungslos angenommen und in seinen Vorstellungen eines gesellschaftlichen Ganzen eingebunden fühlen kann. Die miteinander verknüpften Thesen werden anhand der Sommerfrische dargestellt. Es handelt sich um ein touristisches Raumprogramm, das um 1900 die Ferienwelt eines bürgerlichen Mittelstandes bildete. Die Sommerfrische repräsentierte ästhetisierte und medikalisierte Inseln abseits des städtischen Alltags. Sie war idealer Ort des guten Lebens und Reproduktionsort bürgerlicher, mittelständischer Identität, ein idealisierter Ort bürgerlicher Familiarität und Privatheit. Der touristische ländliche Raum wirkt als sozialer Inklusions- und Exklusionsverstärker und suggeriert tatsächliche oder mögliche Übersichtlichkeit, Integration, Einheit und Harmonie.
Beschreibung
Schlagwörter
Zeitschrift
Ausgabe
item.page.dc-source
Seiten
228 S.