Umweltstress und Erholung in Wohngebieten. Psychologische Perspektiven zur Optimierung urbaner Entwicklung.
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Datum
2013
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DE
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Berlin
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EDOC
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Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist es, das Zusammenwirken multipler Umweltbelastungen und das Potenzial natürlicher Ressourcen hinsichtlich ihres Einflusses auf die psychische Gesundheit von Stadtbewohnern zu untersuchen. Auf Basis eines globalen stress- und erholungstheoretischen Rahmenmodells erfolgten drei Studien in Berlin. Mittels einer Online-Befragung wurden die für die Berliner Bevölkerung subjektiv kritischsten Umweltfaktoren identifiziert. Daran schloss sich eine Raumanalyse von Umweltdaten in einem Geoinformationssystem an, um baulich und sozial vergleichbare Straßenblocks mit hohem vs. geringen Belastungsgrad bezüglich Verkehrslärm, Luftbelastung und Versorgung mit Grünflächen als Untersuchungsstandorte auszuwählen. In den ausgewählten Wohnblocks erfolgte eine Fragebogen-Studie, in der auch das wahrgenommene Niveau von weiteren relevanten Umweltfaktoren (Müll und Schmutz, verhaltensbezogener Lärm, allgemeine Vegetation) erhoben wurde. An einer Teilstichprobe wurden ergänzend qualitative Daten und Haar-Cortisol als objektiver Indikator für chronischen Stress gewonnen. Es zeigte sich, dass multiple Stressoren oder Ressourcen räumlich und zeitlich kovariieren. Die Bewohner hoch belasteter Wohnblocks verhalten sich gesundheitsschädlicher als die Bewohner gering belasteter Blocks. Sie unterscheiden sich jedoch nicht in subjektiver psychischer Gesundheit und im Cortisol-Niveau. Allerdings besteht ein Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Luftverschmutzung und der subjektiven Gesundheit. Zudem weisen Personen, die sich durch Luftverschmutzung beeinträchtigter, belästigter oder gefährdeter fühlen, höhere Cortisol-Niveaus auf. Dieser Zusammenhang besteht nur bei objektiv hoher, nicht aber bei geringer Luftbelastung, was chronischen Umweltstress mit gesundheitlichen Folgen nahelegt. Schließlich sind der Blick auf eine hohe Quantität unterschiedlicher Vegetationsarten von der Wohnung aus und die regelmäßige Nutzung eines begrünten Weges oder eines Parks mit geringerem Cortisol-Niveau und teilweise mit höherer Lebenszufriedenheit assoziiert. Es werden mögliche Implikationen der Ergebnisse für das öffentliche Gesundheitswesen und für eine nachhaltige Stadtentwicklung diskutiert.
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