Wanderungsmuster junger Frauen im ländlichen Sachsen-Anhalt. Implikationen für zielgruppenorientierte Regionalentwicklungsstrategien.

Wiest, Karin/Leibert, Tim
Springer
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Datum

2013

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Herausgeber

Springer

Sprache (Orlis.pc)

DE

Erscheinungsort

Heidelberg

Sprache

ISSN

0034-0111

ZDB-ID

Standort

ZLB: Kws 150 ZB 6820

Dokumenttyp (zusätzl.)

Zusammenfassung

In vielen Regionen Europas sind ausgeprägte Ungleichgewichte bei den Frauen- und Männeranteilen in den jüngeren Altersgruppen zu beobachten. Während Städte tendenziell einen Überschuss an jungen Frauen aufweisen, ist in dünn besiedelten, peripheren ländlichen Räumen häufig ein Überschuss an jungen Männern sogar deutlich erkennbar. Vor allem der ländliche Raum in den neuen Bundesländern Deutschlands weist einen auffälligen "Frauenmangel" auf. Der Beitrag analysiert die Ursachen dieser demographischen Schieflage am Beispiel Sachsen-Anhalts und fragt nach deren Implikationen für die Regionalentwicklung. Auf der Grundlage von Tiefeninterviews mit jungen Frauen, einer Befragung von Schülerinnen und Schülern und der Analyse von demographischen Daten wird aufgezeigt, wie die soziale und ökonomische Transformationskrise nach der Wiedervereinigung, die regionale Wirtschaftsstruktur und die Herausbildung einer Abwanderungskultur im ländlichen Sachsen-Anhalt einen spezifischen demographischen Entwicklungspfad hervorgebracht haben. Die wesentlichen Faktoren zur Erklärung der Abwanderung junger Frauen bilden eine über viele Jahre angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt, die als negativ wahrgenommenen Berufsperspektiven und die geringe Identifikation mit der Herkunftsregion. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Auseinandersetzung mit dem Phänomen unausgewogener Geschlechterproportionen neben der Aufmerksamkeit für geschlechtsspezifische Lebenswelten immer auch die Frage nach gleichwertigen Lebensverhältnissen und raumbezogenen Diskursen berührt.
In many regions of Europe pronounced disparities between the proportions of women and men in younger age groups can be observed. While cities tend to display a surplus of young women, sparsely populated rural areas are often characterised by a surplus of young men. Rural areas in the new federal states (former East Germany) are especially affected by a striking "lack" of women. This paper analyses the causes of this demographic imbalance using the example of Saxony-Anhalt and investigates its implications for regional development. In-depth interviews with young women, a questionnaire for school pupils both male and female, and the analysis of demographic data provide a basis for demonstrating how a specific path of demographic development has been generated by the crisis of social and economic transformation that followed reunification, the regional economic structure and the emergence of a culture of migration in rural Saxony-Anhalt. The primary factors that explain the migration of young women are long ongoing difficulties on the labour market, negatively perceived career opportunities, and a low level of identification with the region of origin. The findings of the investigation show that the analysis of the phenomenon of unbalanced gender proportions not only draws attention to gender-specific realms but also always touches upon the question of equivalent living conditions and spatial discourses.

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Schlagwörter

Zeitschrift

Raumforschung und Raumordnung

Ausgabe

Nr. 6

Erscheinungsvermerk/Umfang

Seiten

S. 455-469

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