Die römischen Siedlungsfunde, gewerblichen Reste und Straßenbefunde in Mönchengladbach-Mülfort.
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DE
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Köln
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Zusammenfassung
Während der Ausgrabungen in Mönchengladbach-Mülfort wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr als 500 Gräber aufgedeckt, während jedoch nur spärliche Reste der römischen Siedlung zu Tage kamen. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in der Ortsmitte Mülforts eine skulpierte Sandsteinsäule gefunden worden, aber keine Weiheinschrift gab Aufschluss über die Bewohner dieser Ortschaft. Die Statue dieses Denkmals war schlecht erhalten und bestand aus einem Giganten mit Schlangenbeinen und dem Fußbruchstück einer stehenden Gestalt, der Nachweis einer ungewöhnlichen Darstellung Jupiters über einem besiegten Giganten. Auch eine zweite Weihung für diesen Gott wurde zwei Jahre später gefunden, aber keine systematischen Untersuchungen durchgeführt, bis in den 1930er Jahren einige Baustrukturen entdeckt wurden. Zuerst wurden zwei Brunnen aus Holz, dann Spuren eines Straßennetzes ausgegraben, worauf in den 1980er und 1990er Jahren die Reste mehrerer Töpferöfen folgten. Mehr als neun Brennöfen wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts entdeckt. Die Töpfereiabfälle zeigen klar, dass das lokal hergestellte Geschirr der einfachen Gebrauchskeramik wie Mülforter Amphoren, Kochtöpfen, Reibschüsseln und Dolien zugeordnet werden kann. Ein Ofen war auf rundem, drei weitere auf ovalem Grundriss errichtet, letztere unter einem Schutzbau verbunden, der auf rechteckigem Grundriss errichtet war. Quarzit- und Sandsteinblöcke vom nahe liegenden Liedberg, Gem. Korschenbroich (Rhein-Kreis Neuss) dienten in römischer Zeit in Mülfort als Baumaterial, heute als Spolien in den mittelalterlichen Kirchen wiedergenutzt. In römischer Zeit verband eine Straße die Militäranlagen am Rheinlimes mit den zivilen Siedlungen zwischen Rhein und Maas. Hier bestand eine Villenlandschaft, d. h. eine Agrarregion, die Überschüsse im Ackerbau erzeugte, während weiter nördlich, am Unterlauf der Niers und in den Niederlanden Viehwirtschaft dominierte und einheimische kombinierte Wohn- und Wirtschaftsbauten ("Wohnstallhäuser") fortbestanden. Auffallend ist, dass im Nordwesten von Mülfort diese Villenlandschaft über die Lössgrenze hinaus bis in den Raum Viersen und Süchteln reichte und mittels Straßen mit Mülfort verbunden war.
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200 S., Anh.