Stadttechnik im Städtebau Berlins 1945-1999.
Mann
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Mann
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DE
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Berlin
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ZLB: 2002/1908-4
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Zusammenfassung
Der Band konzentriert sich auf zwei Zeitabschnitte, in denen die unterirdische Stadttechnik besondere Bedeutung im Städtebau Berlins erhält. In den 1990er Jahren stehen Stadtplaner und Architekten vor der Frage: Soll die Nachfrage nach Wohn- und Gewerbenutzungen über das Verdichten der stadttechnisch gut ausgestatteten Innenstadt gedeckt oder statt dessen die technisch noch nicht erschlossenen Ränder der Stadt erstmals bebaut werden? Es werden die lokalen bis zentralen Alternativen zur Energieversorgung und Abwasserentsorgung mit Hilfe der aktuellen Vorhaben "Rummelsburger Bucht" (Kernbereich) und "Pankow/Buchholz Nord" (Randbereich) diskutiert. Ein Schwerpunkt ist die neue Regenwasserbehandlung, die sich im Gegensatz zu früher (Fallrohr-Straßenkanal-Klärwerk) zum Aufteilen und Verbleiben des Regenwassers auf privaten Grundstücken und öffentlichem Straßen- und Grünland hin verändert hat. Dazu bedarf es neuer Kooperativen von Stadtplanern, Architekten, Landschaftsplanern und Ingenieuren. Einen weiteren Gesichtspunkt stellt die in der Fachöffentlichkeit noch nicht erkannte Chance des "Recyclings im Stadtmaßstab" dar, mit dem ein möglicher Pfad zum ökologischen Umbau der Großstadt begangen werden kann. Schon einmal - in den Jahren nach 1945 - erhielten Stadttechnikinhalte innerhalb des Städtebaus große Bedeutung: Wie sollten Planer und Architekten mit der wenige Wochen nach Kriegsende wieder betriebsbereiten Infrastruktur planerisch umgehen? Die Stadttechnik und ihre Vertreter gerieten unfreiwillig in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Sollte man sich für die Moderne, d.h. den "Aufbau" der oberirdisch zerstörten Stadt ohne Bindungen an die alten Straßen und Kanäle entscheiden, oder für den "Wiederaufbau" mit Rücksicht auf die wertvollen unterirdischen Bestände? Wie überraschend unterschiedlich die Beteiligten diese Aufgabe lösten, zeigen die detaillierten Beobachtungen der Vorhaben "Wohnkomplex Friedrichshain" im Ostteil sowie "Charlottenburg Nord" und "Hansaviertel" im Westteil der Stadt. Im Ostteil wurden die unterirdischen Bestände von Anfang an Bestandteil des städtebaulichen Entwurfs. Klug integrierte man sie und realisierte so das oberirdische Massenmodell trotz gravierender struktureller Unterschiede. Im Westteil wurden Kanäle und Leitungen mit überörtlichen Aufgaben dagegen ignoriert und man kam schließlich unter Hinnahme finanzieller und konzeptioneller Verluste zu einem anderen Ergebnis als ursprünglich gedacht. Der Blick auf den heutigen "unterirdischen Alexanderplatz" am Ende des Buches könnte die These untermauern, dass ein nachhaltiger und damit behutsamer Städtebau gerade wegen seines unterirdischen Bereichs "Stadttechnik" nur über Jahrzehnte gedacht werden kann. difu
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Seiten
184 S.