Kleinstädte. Forschung in der Aufmerksamkeitslücke.

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DE

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Wiesbaden

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ZLB: Kws 118/26:2020

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Zusammenfassung

Kleinstädte werden meist nur als Teil der sogenannten ländlichen Räume gesehen oder zusammen mit Mittelstädten in der Kategorie "Klein- und Mittelstädte" von Wissenschaft und Politik betrachtet. Dass aber Kleinstädte ein eigener Stadttyp mit vielfältigen Ausprägungen sowie internen Differenzierungen sind, zeigt dieser Beitrag auf. Gleichzeitig wird dargestellt, dass es grundlegender Analysen dieses Stadttyps mit quantitativen wie qualitativen Methoden bedarf. Dies ist notwendig, um ein besseres, evidenzbasiertes Verständnis für den Stadttypus Kleinstadt, mitsamt dessen lokalen Eigenlogiken, Herausforderungen und Potenzialen zu entwickeln und damit letztlich die wissenschaftlichen, planungspraktischen und gesellschaftspolitischen Diskurse zum Thema zu objektivieren. Im Gegensatz zu Großstädten genießen die über 2.100 Kleinstädte in Deutschland bisher weder in Forschung und Wissenschaft noch in Politik und Gesellschaft große Aufmerksamkeit. Dabei leben in diesen 24 Millionen Menschen und damit knapp 30% der bundesdeutschen Bevölkerung. Im polyzentrischen Siedlungssystem übernehmen diese Städte eine wichtige Stabilisierungsfunktion. Sie sind vielfältige Wohn-, Arbeits- und Versorgungsstandorte mit einer eigenen Urbanität. Sie bieten ihrer Bevölkerung eine besondere, eigene Lebensqualität, Identität und Heimat. Kleinstädte sind Arbeits- und Produktionsstandorte kleiner- und mittelständischer, teils hochspezialisierter und innovativer Unternehmen. Hier finden sich mehr sogenannte hidden champions als in Großstädten. Mit der Konzentration auf Ballungsräume und Großstädte wurden jedoch Potenziale und Herausforderungen sowie auch die diesem Stadttypen zugrundeliegenden eigenen Dynamiken und differenzierten sozialen sowie kulturellen Strukturen nicht mehr wahrgenommen. Narrative werden in Wissenschaft wie Politik rezipiert. In der Forschung wird vielfach noch angenommen, dass sich großstädtische Entwicklungen zeitversetzt auch in kleineren Stadttypen vollziehen würden. Dies belegt auch die verbreitete Auffassung, dass Planung von Kleinstädten "nach Maßstab und nach Methode der Stadtteil- und Quartiersplanung" erfolgen kann. Eine einfache Übertragung von Lösungen für Großstädte auf Kleinstädte ist aber nicht zielführend. Dieses wird den sehr ausdifferenzierten Ausgangslagen nicht gerecht und führt zu Fehlentwicklungen. Denn sowohl Perspektiven als auch Herausforderungen dieser Städte unterscheiden sich je nach Größe, Lage oder Rahmenbedingungen, wie u. a. wirtschaftliche und demographische Entwicklungen, erheblich. Letztlich kann für Kleinstädte eine Aufmerksamkeitslücke konstatiert werden. Ansätze, diese Lücke zu schließen, werden im Folgenden am Beispiel aktueller Forschungen im BBSR im Bereich der quantitativen Analysen wie der qualitativen Forschung dargestellt.

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3-33

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Jahrbuch Stadterneuerung