Raum ist Zeit. Zeitentfernungskarten als Orientierungssystem im städtischen Fußverkehr.
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DE
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Berlin
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1864-8037
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EDOC
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Zusammenfassung
Die Arbeit beschäftigt sich mit kartografischen Visualisierungen, die das Verhältnis von räumlicher und zeitlicher Distanz abbilden. Fokussiert werden dabei Isochronenkarten, auf denen alle Gebiete gekennzeichnet sind, die innerhalb einer bestimmten Zeit erreicht werden können. Die Arbeit untersucht verschiedene Isochronenkarten und -anwendungen für den Fußverkehr im Hinblick auf ihre Gestaltung. Außerdem werden weitere Methoden vorgestellt, mit denen Reisezeit und Raum-Zeit-Verhältnis visualisiert werden können. Gegenwärtig gibt es im Internet verschiedene Anwendungen, die Isochronenkarten erzeugen. Dabei kann zwischen verschiedenen Methoden der Darstellung und Gestaltung der Isochronen unterschieden werden. Die Frage dabei ist, auf welche Art und Weise und mit welchem Abstraktionsgrad die verschiedenen Isochronenzonen visualisiert werden. Orientierungskarten im öffentlichen Raum benutzen für diese Darstellung eine relativ abstrakte Methode. Ausgehend vom Standort des Betrachters werden lediglich konzentrische Kreise gezogen und mit einer Distanzangabe versehen. Die räumliche Distanz entspricht aber in den seltensten Fällen der Luftlinie. Denn Topografie, Straßenraster und Bebauung wirken sich auf dieses Verhältnis aus. Um die Frage zu beantworten, warum für Orientierungskarten ein höherer Abstraktionsgrad verwendet wird, werden einige theoretische Grundlagen der kartografischen Gestaltung näher erläutert. Generalisierungsprozesse erzeugen eine verständliche und leserliche kartografische Darstellung - auf Kosten der Detailtreue. Um die theoretischen Ausführungen durch empirische Erkenntnisse zu unterfüttern wurde eine nicht repräsentative Befragung durchgeführt. 40 Personen wurden zwei verschiedenartig gestaltete Zeitentfernungskarten gezeigt. Eine Darstellungsform basierte lediglich auf konzentrischen Kreisen, die andere Karte wurde mit einem geringeren Abstraktionsgrad gestaltet. Aus der Perspektive von Touristen bevorzugten etwa drei Viertel die kreisförmige Visualisierung. Begründet wurde dies mit einer besseren Übersichtlichkeit. Die Umfrage bestätigte, dass sich komplexe Darstellungen von Zeitkarten stets an dem eigentlichen Anwendungszweck und den Benutzern orientieren sollten. Desweiteren wurde gezeigt, dass für Orientierungssysteme ein hoher Abstraktionsgrad durchaus angemessen ist. Offen bleibt aber die Frage, welche Auswirkungen die ganz konkrete Gestaltung der einzelnen Isochronenzonen auf die Wahrnehmung und Lesbarkeit hat.
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73 S.
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ISR Graue Reihe; 48