Wissenschaftsrat und Hochschulplanung. Leitbildwandel und Planungsprozesse in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1957 und 1975.

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Die Arbeit untersucht die Hochschulplanung und die hinter ihr stehenden Leitbilder in der Bundesrepublik Deutschland von Ende der 1950er bis Anfang der 1970er Jahre. Als Untersuchungsgegenstand fungiert der Wissenschaftsrat, der in dieser Zeit das maßgebliche gesamtstaatliche Planungsgremium darstellte. Anhand zahlreicher neu erschlossener Quellen wird herausgearbeitet, wie die berühmten Empfehlungen zum Hochschulausbau aus dem Jahr 1960 das traditionelle deutsche Universitätssystem, das hier erstmals als Ideologie des "Humboldtianismus" beschrieben wird, noch zu reproduzieren trachteten. Jedoch erwies sich die überkommene Studien- und Hochschulorganisation als nicht optimal für die heraufziehende "Massenuniversität", und der Wissenschaftsrat propagierte als Antwort auf die neuen Verhältnisse zunächst die Einführung gestufter Studiengänge (1966) und daraufhin das Modell der integrierten Gesamthochschule (1970). Weder diesen beiden noch anderen zeitgenössisch verfochtenen Konzepten gelang es allerdings, ähnlich breite Akzeptanz wie der Humboldtianismus zu finden. Im Ergebnis vollzog sich die bundesdeutsche Hochschulexpansion nach der Art des "piecemeal engineering". difu

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