Luft in die Deponie. Einbindung der Methan-Gewinnung in den Emissionshandel hilft bei der Finanzierung.

Deutscher Fachverl.
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Deutscher Fachverl.

Sprache (Orlis.pc)

DE

Erscheinungsort

Frankfurt/Main

Sprache

ISSN

0933-3754

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Standort

ZLB: Zs 5887
BBR: Z 551

Dokumenttyp (zusätzl.)

Zusammenfassung

Mit dem Verbot der Deponierung von biologisch abbaubarem Müll im Jahr 2005 wurde die Entstehung zusätzlicher Deponiegas-Emissionen aus weiteren Abfallablagerungen weitgehend gestoppt. Dennoch ist die von Abfalldeponien ausgehende Umweltbelastung zu Unrecht aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden. In Altdeponien gehen die biologischen Umsetzungsprozesse weiter und produzieren noch über Jahrzehnte große Mengen an Deponiegas. Das besteht durchschnittlich zu etwa 40 Prozent aus Kohlendioxid (CO2) und zu 60 Prozent aus Methan (CH4). Das Methan heizt das Klima 21-mal stärker auf als CO2. Auf stillgelegten Deponien wird in der Bundesrepublik Deutschland das entstehende Deponiegas in Gasbrunnen gesammelt und in Strom umgewandelt. Das funktioniert so lange, bis die Methangehalte auf rund 30 bis 28 Prozent gesunken sind, was 10 bis 15 Jahre dauern kann. Das verbleibende Schwachgas wird üblicherweise mittels Gasfackeln in offener Flamme verbrannt. Aber auch danach ist noch lange Zeit eine Deponiegasbehandlung erforderlich, wollte man die Emissionen des Restmethans vermeiden. Das Vermeidungspotenzial ist erheblich. Für eine weitergehende Behandlung kommen vor allem die 300 bis 400 Deponien in Betracht, auf denen zwischen 1990 und 2005 noch nicht vorbehandelte Siedlungsabfälle abgelagert wurden, was einer Menge von rund 266 Millionen Tonnen an Abfällen entspricht. In dem Beitrag wird das Verfahren der "Regenerativen Thermischen Oxidation (RTO)" vorgestellt, mit dem die Restmethanmengen durch relativ einfache Maßnahmen abgebaut werden können. Dass diese im Prinzip kostengünstigen Maßnahmen nicht schon längst in großem Maßstab ergriffen wurden, liegt laut Aussage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) daran, dass den Deponiebetreibern zusätzliche Investitions- und Betriebskosten abverlangt würden. Zudem seien sie nicht verpflichtet, die Belüftungsmethode einzusetzen. Im Rahmen des Projekts ORKESTRA der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) soll hier Abhilfe geschaffen werden. Auf der Suche nach alternativen Finanzierungsmodellen wäre die Schaffung eines "Nationalen Programms Abfalldeponien und Klimaschutz" und die Finanzierung aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung denkbar. Eine Finanzierungsmöglichkeit besteht außerdem darin, die Deponiebelüftung in den europäischen und weltweiten Emissionshandel einzubinden.

Beschreibung

Schlagwörter

Zeitschrift

Entsorga-Magazin

Ausgabe

Nr. 10

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Seiten

S. 61-63

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