Kommodifizierung der Quartiersentwicklung. Zur Vermarktung neuer Wohnquartiere als Lifestyle-Produkte.

Steiner
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Herausgeber

Steiner

Sprache (Orlis.pc)

DE

Erscheinungsort

Stuttgart

Sprache

ISSN

0303-2493

ZDB-ID

Standort

ZLB: Kws 155 ZB 6802
BBR: Z 703
IFL: Z 0073

Dokumenttyp (zusätzl.)

Zusammenfassung

Während in den boomenden großstädtischen Wohnungsmärkten bezahlbare Wohnungen knapp werden, bilden sich neue Planungs- und Vermarktungsstrategien von Immobilieninvestoren in höherpreisigen Segmenten heraus. Die zunehmende Professionalisierung der Projektentwicklung, die eine stärkere Orientierung an "urbanen" Lebensstilen und "kreativen" sozialen Milieus bzw. deren "individuellen" Bedürfnissen mit sich bringt, weitet sich dabei auch auf den Quartierskontext aus: Nicht mehr nur die eigenen Wohnungsbestände stehen im Fokus, sondern das gesamte bauliche und soziale Umfeld mit seinen atmosphärischen, gemeinschaftlichen und sonstigen Qualitäten. Diese Entwicklung folgt jedoch primär keinen städtebaulichen, bauästhetischen oder gesellschaftlichen Leitbildern, sondern vor allem dem Prinzip einer möglichst effektiven Verwertung des oft im globalen ökonomischen Kontext eingesetzten Kapitals. Die neuen Wohnquartiere werden häufig mit dem Versprechen verkauft, dass (1.) mit der Wohnung eine bestimmte Lebensweise verbunden ist, die sowohl dezidiert städtisch als auch selbstbestimmt sein soll, und dass (2.) von Seiten der Entwickler umfassend Sorge getragen wurde, diesen Lebensstil wahrscheinlich zu machen. Im Projektmaßstab sind Neubauenklaven erfolgreich, die nicht nur Repräsentativität versprechen, sondern auch soziale Homogenität und baulich-symbolische Distinktion, sodass sozialräumliche Ungleichheiten produziert werden. Benachbarte Quartiere sind meist direkt von den Neubau-Enklaven betroffen, denn es kommt zu Mietsteigerungen und Verdrängungen. Im Beitrag wird die Auffassung vertreten, dass eine kohärente Stadtpolitik diesen Widersprüchen selbstbewusster und unter stärkerer zivilgesellschaftlicher Einbettung entgegnen müsste. Dabei sollten die sich rasch wandelnden, kleinräumigen und im Quartiersmaßstab auftretenden Investitions- und Desinvestitionszyklen stärker in den Mittelpunkt des Interesses und der Steuerungsbemühungen rücken.

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Ausgabe

Nr. 4

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Seiten

S. 373-382

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