Entdifferenzierung der regionalen Schulstruktur in Deutschland durch demografischen Wandel?

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Halle/Saale

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0945-7011

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Die Mehrgliedrigkeit des Schulsystems in Deutschland ist mindestens seit der Einführung der Gesamtschule in den 1970er Jahren höchst umstritten. Einer lange weitgehend ideologisierten Debatte zum Trotz zeichnet sich in den letzten Jahren allerdings eine stärkere Verbreitung integrativer Schulformen in den Bundesländern ab. Befürworter integrativer Beschulung sehen darin ein sozial gerechtes und leistungsfähiges Bildungssystem verwirklicht. Inwiefern geht mit einer größeren Verbreitung integrierter Schulformen aber eine effektive Verringerung der Mehrgliedrigkeit des deutschen Schulsystems einher und wie wäre diese zu erklären? Eine teilweise vorgebrachte These lautet, der demografische Wandel würde zu einer pragmatischen Verringerung der Mehrgliedrigkeit des deutschen Schulsystems beitragen und letztlich zu dessen Zweigliedrigkeit (manche hoffen sogar: zu dessen vollständiger Integration) führen (Demografiethese). Aber ist diese These eines gewissermaßen schleichenden Wandels überhaupt plausibel in einem Feld, dessen Veränderungen sich vorzugsweise die Bildungspolitik in großen Inszenierungen als Ergebnis proaktiver Gestaltung zurechnet? Der Aufsatz prüft einerseits den theoretischen Rückhalt der Demografiethese am Stand der Forschung und andererseits empirisch anhand einer Sekundäranalyse amtlicher Daten, inwiefern demografische Veränderungen zu einer Reduzierung der effektiven Differenzierung der Schulstruktur in Deutschlands Kreisen und kreisfreien Städten beitragen.

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43 S.

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Der Hallesche Graureiher; 3/2012