Öffentlicher Nahverkehr. Britische Verhältnisse bei der Berliner S-Bahn.
Alternative Kommunalpolitik
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Alternative Kommunalpolitik
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DE
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Bielefeld
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0941-9225
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ZLB: 4-Zs 3327
IRB: Z 1674
BBR: Z 555
IRB: Z 1674
BBR: Z 555
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Abstract
In Berlin und den angrenzenden Kreisen Brandenburgs hat ein Radbruch, der im Mai 2009 einen Zug der S-Bahn Berlin GmbH entgleisen ließ, zu einem Verkehrschaos geführt. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zog alle Fahrzeuge der betroffenen Baureihe, deren Radsätze die Laufleistung von 1,2 Millionen Kilometern überschritten hatten, aus dem Verkehr. Zuvor wurden bereits verkürzte Wartungsfristen (wöchentlich statt 14-tägig) angeordnet, was die S-Bahn Berlin jedoch nicht eingehalten hatte, weil zu wenige Wagen, zu wenig Wartungspersonal und zu wenige Werkstätten zur Verfügung standen. In dem Beitrag werden die Ursachen der Krise beschrieben: Seit die Muttergesellschaft der S-Bahn Berlin GmbH, die Deutsche Bahn AG (DB AG) auf den Börsengang zusteuert, stiegen die Gewinnvorgaben an die S-Bahn stetig. Zur Strategie der Konzernzentrale gehörten die Verkleinerung des Wagenparks und die Reduzierung des Wartungsaufwandes. Vier Werkstätten wurden geschlossen und mehrere hundert Stellen gestrichen. Zudem wurden rund 80 Züge älterer Bauart endgültig stillgelegt und teils verschrottet. So hat der Privatisierungskurs der DB AG in Berlin und dem Berliner Umland zu Verhältnissen geführt, wie sie auch in Großbritannien nach der Bahnprivatisierung zu beobachten waren. Es hat sich erwiesen, dass die an jährlichen Gewinnvorgaben ausgerichteten Sparmaßnahmen im Bereich Wartung und Instandhaltung schon mittelfristig die Substanz von Unternehmen aushöhlen. Der Gesamtschaden für die S-Bahn Berlin GmbH wird wahrscheinlich in dreistelliger Millionenhöhe zu beziffern sein. Zudem wird der nicht bezifferbare Vertrauensverlust die Berliner S-Bahn noch über viele Jahre belasten.
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AKP. Fachzeitschrift für Alternative Kommunalpolitik
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Nr. 5
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S. 28-19