Städtische Siedlungsstrukturen und dezentrale Abwassersysteme. Einsatzmöglichkeiten innovater Abwasserreinigungsanlagen.

Alternative Kommunalpolitik
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Bandtitel

Herausgeber

Alternative Kommunalpolitik

Sprache (Orlis.pc)

DE

Erscheinungsort

Bielefeld

Sprache

ISSN

0941-9225

ZDB-ID

Standort

ZLB: 4-Zs 3327
IRB: Z 1674
BBR: Z 555

Dokumenttyp (zusätzl.)

Zusammenfassung

Die Abwasserentsorgung in Deutschland ist traditionell zentral organisiert. Dabei entwässern die Haushalte über ein annähernd flächendeckend ausgebautes Kanalisationsnetz in eine kommunale Kläranlage. Dieses System bietet eine hohe Entsorgungssicherheit und gewährleistet eine stetige Kontrolle der Abwasserreinigung durch geschultes Personal. Seit einigen Jahren nimmt die Kritik an diesem System jedoch zu, da es eine Reihe von Schwächen aufweist. Zum einen führen Starkregenereignisse in Mischkanalisationen immer wieder zu Kapazitätsengpässen, infolge derer verschmutzte Abwässer in die Umwelt entlassen werden. Zum anderen werden für den Transport der Schmutzfracht große Mengen an Trinkwasser verbraucht, was einen Fehleinsatz der Ressource bedeutet. Zudem wird das zentrale System stark vom demographischen Wandel betroffen. Eine Verringerung der Nutzer führt dazu, dass sich der Aufwand zum Erhalt überdimensionierter Leitungssysteme merklich überhöht. Auch der steigende Gebrauch von Arzneimitteln und die damit verbundenen erhöhten Mengen an Reststoffen im Abwasser ist für kommunale Kläranlagen eine große Herausforderung. In dem Beitrag werden Lösungsansätze aufgezeigt, mit denen den Entwicklungen begegnet werden kann. Einer davon ist die Etablierung dezentraler Abwasserreinigungssysteme, die gezielt einzelne Problemfelder ansprechen. Solche Systeme sind in Neubauten relativ einfach umzusetzen. Im Gebäudebestand stellt sich als hinderlich für den großmaßstäblichen Einsatz von dezentralen Anlagen der Umstand dar, dass Erfahrungen hiermit vorrangig in Neubaugebieten gemacht werden, wo bereits im Planungsprozess günstige Bedingungen geschaffen werden können. Für die schrittweise Einrichtung neuer Abwassersysteme ist es daher notwendig, sich eingehender mit dem Zusammenwirken städtischer Strukturen und technischer Bausteine der Abwasserreinigung auseinanderzusetzen. Überprüft werden muss, welche Einflüsse Aspekte wie Gebäudeabmessung, Freiflächenanteil, Ensemblebildung oder auch die Sozialstruktur eines Quartiers auf den Einbau neuartiger Abwasserentsorgungen haben. Für die bauliche Eingrenzung empfiehlt sich die Verwendung eines Katalogs aus Siedlungsstrukturtypen.

Beschreibung

Schlagwörter

Zeitschrift

AKP. Fachzeitschrift für Alternative Kommunalpolitik

Ausgabe

Nr. 3

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Seiten

S. 53-57

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