Die Große Transformation und ihre Feinde. Zur Geltung von Nachhaltigkeitsleitbildern am Beispiel Biogas.

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DE

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Marburg

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ZLB: Kws 271/237

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Zusammenfassung

Dass wir von der Substanz leben, ist lange bekannt. Einschlägige Leitbilder fordern deshalb eine Große Transformation zur Nachhaltigkeit. Die Studie ist in drei Teile gegliedert. Zu Beginn wird die Skizze eines normativen Leitmotivs mit ihren gesellschaftstheoretischen Geltungschancen konfrontiert. Geprüft wird inwiefern ihnen zugetraut werden kann, sich in konkreten Strukturen zu materialisieren. Die Bioenergie ist eine besonders attraktive Empirie, um die Geltungskraft von Nachhaltigkeitsleitbildern zu erheben, weil ihre Marktchancen vollumfänglich von politischer Förderung abhängig sind. Im zweiten Teil wird erhoben, inwieweit der Bioenergiepolitik eine Revision fossiler Prämissen gelingt. Welchen Transformationsprozessen sich das Nachhaltigkeitswissen selbst in der politischen Arena ausgesetzt sieht, wird im dritten Teil ausführlich analysiert. Er entheimlicht, was politikintern mit dem Wissen um ein erfolgreiches Management ökologischer Selbstgefährdung geschieht. Unter Anwendung der belief system Heuristik des advocacy coalition framework wird nachgewiesen, dass sich im Bio(gas)energiesektor - anders als von einschlägiger Literatur unterstellt - keine koalitionäre Spaltung entlang der Unterscheidung nachhaltig / fossil vollzieht und damit die Geltungschance von Nachhaltigkeitsleitbildern nicht als Funktion koalitionärer Repräsentation modelliert werden kann. Es zeigt sich, dass die Bioenergiepolitik lagerübergreifend einem zu den Tonarten der Nachhaltigkeit höchst dissonanten Generalbass zu folgen hat. Politische Geltung kann allenfalls unter Aussparung jener Prämissenrevision erlangt werden, die jeder erfolgreichen Nachhaltigkeitstransformation zwingend vorauszugehen hat. Es entspricht dem politischen Tod des Leitbilds, wenn sich vor diesem Hintergrund ein sozusagen mechanischer Austausch der Ressourcenbasis vollzieht. Das ist die Unwahrscheinlichkeit der Großen Transformation: Dass ihre größten Feinde ihre Freunde sind.

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594 S.

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Ökologie und Wirtschaftsforschung; 92