Der Wert gleicher Lebensverhältnisse.

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EDOC

Abstract

Die "Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse" steht in der Bundesrepublik auf dem Spiel. "Vielfalt statt Gleichwertigkeit" lautet die neue Zauberformel. Diese Formel verrät freilich nicht, was genau unter Vielfalt zu verstehen ist: die Förderung vielfältiger Lebensformen, die Toleranz neuer Ungleichheiten oder die schlichte Tatsache, dass wir es in der Bundesrepublik Deutschland seit jeher mit differenzierten regionalen Lebenswelten zu tun haben? Die politische und publizistische Gefahr besteht, dass der allmähliche Abbau von Infrastrukturen, die schleichende Akzeptanz von Versorgungsengpässen in peripheren Räumen oder die Abwertung des öffentlichen Raumes zu regionalen und kulturellen Eigenheiten umgedeutet werden. Verödete Räume werden in "Kreativzonen" umbenannt, Dorfläden und Caring Communities sollen lokale Defizite nachhaltig ausgleichen. Sozialer Zusammenhalt als gesellschaftliches Leitmotiv verliert im Rahmen dieser veränderten gesellschaftspolitischen Praxis an Boden. Ein neuer Trend zeichnet sich ab: Die soziale Frage nach Gleichheit und Zusammenhalt wird auf der Suche nach dem "guten Leben" emotional individualisiert. Diese Parzellierung der sozialen Frage in Teilaspekte des "guten Lebens" - wir könnten auch sagen: in Wohlfühlfaktoren - ist insofern in besonderer Weise problematisch, da der Wert der gleichen Lebensverhältnisse ein zentrales normatives und strukturelles Prinzip des sozialen Rechtsstaates und der demokratischen Wohlfahrtsgesellschaft repräsentiert. Gleichheit und Zusammenhalt sind keine politischen Bonusleistungen für bessere Zeiten, sondern basale Voraussetzungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

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12 S.

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Gute Gesellschaft - soziale Demokratie #2107plus