Onlinehandel mit Lebensmitteln: eine Möglichkeit zur Lösung der Versorgungsprobleme im ländlichen Raum?

Leibniz-Institut für Länderkunde
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Leibniz-Institut für Länderkunde

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Leipzig

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0943-7142

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ZDB: Erd 250 ZB 2033

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EDOC

Abstract

Eine Nahversorgung im Sinne einer Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs in fußläufiger Distanz, d.h. innerhalb von 10 Gehminuten oder 1.000 m, ist aufgrund der stetigen Netzausdünnung im Lebensmittelhandel in vielen ländlichen Gebieten Deutschlands nicht mehr gewährleistet. Insbesondere Bevölkerungsgruppen, die nicht über einen PKW verfügen, sind davon betroffen, weshalb seit vielen Jahren alternative Konzepte der Nahversorgung diskutiert werden. Mit dem Aufkommen des Onlinehandels und einer damit flächendeckenden Belieferung auch mit Lebensmitteln eröffnen sich neue Möglichkeiten für diese Bevölkerungsgruppen. Der vorliegende Beitrag analysiert, inwieweit der Lebensmittel-Onlinehandel die Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen kann. Die Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Landkreis Vulkaneifel zeigen, dass große Teile der Bevölkerung mit der Lebensmittelversorgung im Untersuchungsgebiet durchaus zufrieden sind. Zwar kann nur ein geringer Teil der Menschen Ladengeschäfte tatsächlich fußläufig erreichen, dies wird jedoch durch eine hohe PKW-Verfügbarkeit kompensiert. Personen, denen kein PKW zur Verfügung steht oder die aus persönlichen Gründen eine eingeschränkte Individualmobilität aufweisen, müssen dadurch auf Alternativen zur Lebensmittelversorgung zurückgreifen. Dies betrifft in erster Linie die älteren Bevölkerungsgruppen. Allerdings stellt der Lebensmittel-Onlinehandel für diese heute keine Lösung der Versorgungsprobleme dar. Das begründet sich aus der geringen Online-Affinität der älteren Bevölkerung sowie deren prinzipieller Ablehnung des Onlinehandels insgesamt und insbesondere für Lebensmittel. Erst die nächste Generation der heute jungen Alten wird Lebensmittel verstärkt online bestellen. Dabei wünscht die Mehrheit der Bevölkerung eine Lieferung durch heute schon vor Ort tätige Einzelhandelsketten. Aktuell sollten die bestehenden Versorgungsprobleme jedoch mit Hilfe anderer Angebotsformen vermindert werden .

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Europa regional : Zeitschrift des Leibniz-Instituts für Länderkunde

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Nr. 1

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S. 2-19

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