Krieg und Frieden in Düsseldorf.
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DE
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Düsseldorf
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ZLB: 2004/1905
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SW
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Abstract
Der Band gibt über bedeutende Aspekte der Düsseldorfer Geschichte Aufschluss. Anhand der fünf im Rahmen der Euroga 2002+ im Stadtbild gekennzeichneten und in der dazugehörigen Ausstellung vorgestellten "Objekte" werden die verschiedensten Epochen der Düsseldorfer Stadtgeschichte aufgeblättert. Sie beleuchten Aspekte, die die Menschen stets in Kriegs- und Krisenzeiten berührten. Die Schrecken des Krieges, Tod und Verlust, Vertreibung, Sehnsucht nach Schutz, aber auch Nationalismus und militärische Begeisterung sprechen aus diesen "sichtbaren Zeichen der Vergangenheit". J. Engelbrecht beschäftigt sich mit der Pfalz in Kaiserswerth als Burg, Festung und Erinnerungsort: Der mittelalterliche Wehrbau wurde 1702 zerstört und wandelte sich als eindrucksvolle Ruine zum Gedenkort der Nationalsozialisten und schließlich zur Kulisse für kulturelle Veranstaltungen. Die Zitadelle in der Düsseldorfer Altstadt hingegen - der einzig heute noch erhaltene Überrest der Festungsanlage Düsseldorfs der frühen Neuzeit und zugleich ein hervorragendes Beispiel für frühe Anlagen des 16. Jh. - wurde nie als Wehranlage genutzt, sondern erfuhr eine zivile Besiedlung und die Konversion zu einem Wohnviertel, bestehend aus Adelspalais, Bürgerhäusern und Katen. Sie spiegelt somit die Geschichte der Festung Düsseldorf insgesamt; sie überlebte wegen ziviler Nutzung, während die Festung Düsseldorf nach der Sprengung 1801 zu Garten- und Parkanlagen umgewandelt wurde. Das Ulanendenkmal am Hofgartenufer wurde 1929 als Erinnerungsmal des ehemaligen in Düsseldorf stationierten Westfälischen Ulanenregiments Nr. 5 nach einem Entwurf Richard Langers errichtet. Es verweist auf Düsseldorf als Militärstandort. Düsseldorf war wegen seiner zahlreichen Kasernen und wegen seiner bedeutenden Rüstungsindustrie (z.B. Rheinmetall) jedoch nicht nur herausragender Militärstandort, es wurde während des Ersten Weltkriegs auch als eine der ersten großen Städte auf deutschen Gebiet im Westen zur Etappen- und Lazarettstadt. Dies läßt sich exemplarisch an der Westdeutschen Kieferklinik ablesen: Der Zahnarzt Christian Bruhn richtete in seiner Klinik ein Lazarett für Kieferchirurgie ein, die sich auf Gesichtsverletzungen spezialisierte und aus dem heraus sich die Kieferorthopädischen Einrichtungen des jetzigen Universitätsklinikums entwickelten. Die Bunkerkirche in Heerdt schließlich kann als Symbol des Zweiten Weltkrieges und des widerrechtlichen Handelns der Nationalsozialisten durch die Beschlagnahmung von Kirchengut gelten. Als Bunker ist das Bauwerk zudem Zeichen für den Bombenkrieg, die Angst der Menschen, die Zerstörung der Barackenkirche und zuletzt für die Umwandlung eines für den Krieg gebauten Gebäudes in eine Kirche. Die Elemente "Krieg" und "Frieden" sind an diesem Ort, wo sinnbildlich Schwerter zu Pflugscharen wurden, beispielhaft im Stadtbild miteinander verknüpft. difu
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373 S.
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Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Düsseldorf; 10