City oder Suburb - Wohnoptionen für Familien im gesellschaftlichen Wandel. Untersucht in Düsseldorf-Innenstadt und Neuss-Allerheiligen.

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Nachdem lange Zeit das suburbane Wohnleitbild für Familien als gesellschaftlicher Konsens galt, werden insbesondere urbane Wohnlagen als neue Wohnoption für Familien diskutiert, weil verdichteten Siedlungsstrukturen mehr "Zeitgerechtigkeit" nachgesagt wird. Zeitmangel kennzeichnet die spätmoderne Familie in besondere Weise, vor allem das Erfordernis der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Da beiden Siedlungsstrukturtypen in fachlichen Diskursen Eignungen zugesprochen werden, lautet die der Untersuchung zu Grunde liegende Hypothese: Die Qualitäten eines Wohnstandortes für Familien lassen sich nicht mehr als universelles Leitbild zusammenfassen, sondern entstehen im Zusammenspiel von individuellen und haushaltstypischen Anforderungen der nachfragenden Familien und den Möglichkeiten, die sich aus den Siedlungsstrukturen ergeben. In Teil A wird der Untersuchungsgegenstand "Haushaltstyp Familie" definiert und in seinen unterschiedlichen Dimensionen näher beleuchtet. Der daraus entwickelte Anforderungskatalog, bestehend aus qualitativen Aspekten (z.B. Verkehrsberuhigung) quantitativen Aspekten (z.B. Wohnungsgröße) und zeitsparenden Bewältigungsstrategien (z.B. durch Flexibilisierung, Externalisierung, Entgrenzung), ist Grundlage für eine Matrix, mit deren Hilfe Gebäudetypologien und Siedlungsstrukturen exemplarisch verglichen werden können. Teil B umfasst den empirischen Bereich der Untersuchung mit einer Befragung von Familien an ausgewählten Wohnstandorten. Als zentrales Ergebnis kann in Teil C festgehalten werden, dass sich die Wohnstandortentscheidungen der Familien zwar an Leitvorstellungen orientieren, diese aber nicht mehr obligatorischen, sondern optionalen Charakter haben. Es kristallisiert sich kein neues Leitbild im Sinne einer ideologischen Vorgabe heraus, vielmehr wählen Familien ihren Wohnstandort auf Grund präferierter Lebensstile, interpretieren die räumlichen Gegebenheiten nach ihren Anforderungen und substituieren Defizite der Raumstruktur durch passende Bewältigungsstrategien.

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315 S.

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