Schwer verdauliche Kost. Kompostierbare Plastiktüten werden von Entsorgen kritisch betrachtet.
Deutscher Fachverl.
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Deutscher Fachverl.
Sprache (Orlis.pc)
DE
Erscheinungsort
Frankfurt/Main
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0933-3754
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ZLB: Zs 5887
BBR: Z 551
BBR: Z 551
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Zusammenfassung
Speziell für die Biotonne konzipiert, werden biologisch abbaubare Plastiktüten aus überwiegend nachwachsenden Pflanzen vor allem wegen der Sauberkeit und der Hygiene in der Biotonne sehr geschätzt. Umweltpolitisch sind sie erwünscht, weil sie den Rohstoff Öl ersetzen, doch in der Abfallwirtschaft bereiten sie sowohl bei der Kompostierung als auch beim stofflichen Recycling Probleme. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat herausgefunden, dass Tragetaschen, die von einigen Discountern als "100 Prozent kompostierbar" beworben wurden, aus einem Mischkunststoff bestehen. In diesem Fall ist das Material zu etwa 30 Prozent aus Polymilchsäure (PLA), die aus Mais gewonnen wird. Der überwiegende Rest ist ein petrochemisch, auf Erdölbasis erzeugter Polyester. Nach einem Rechtsstreit wurde der Verkauf der Bioplastiktragetaschen seitens der betreffenden Discounter eingestellt. Das PLA/Polyester-Verhältnis ist allerdings variabel und richtet sich nach der Funktion, die das daraus erzeugte Produkt erfüllen soll. Müllbeutel, die speziell für die Bioabfallsammlung entwickelt werden, bestehen mindestens zur Hälfte aus maisbasiertem PLA. In zwei Pilotprojekten im Landkreis Bad Dürkheim und in Berlin wurden solche Biomülltüten auf ihre Eignung getestet. In beiden Projekten zeigte sich, dass die beteiligten Bürger zufrieden waren. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) konnte feststellen, dass Fehlwürfe deutlich zurückgingen und dass die gesammelten Bioabfallmengen um rund zehn Prozent gesteigert werden konnten. Auch die begleitenden Kompostierungsversuche, durchgeführt von unabhängigen Ingenieurbüros, kamen in beiden Fällen zu einem positiven Ergebnis. Bad Dürkheim hat daraufhin diese speziellen Abfallbeutel dauerhaft in der Bioabfall-Sammlung gestattet. Dennoch gibt es weiterhin massive Kritik. Die DUH bemängelt, dass sich das Plastikmaterial zwar in CO2 und Wasser zersetzen lasse, jedoch würden keine Nährstoffe freigesetzt und kein Humus aufgebaut. Die Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) bemängelt zudem in einem Positionspapier, dass die Prüfung der Kompostierbarkeit unter Bedingungen durchgeführt wird, die auf viele Kompostanlagen nicht und auf Vergärungsanlagen überhaupt nicht zuträfen. Eine aktuelle Umfrage der DUH bei mehr als 80 Kompostanlagen bestätigt, dass in 98 Prozent der Anlagen keine abbaubaren Biokunststoffe kompostiert werden, da sie den Rotteprozess negativ beeinflussen. Vor diesem Hintergrund wird in dem Beitrag ausgeführt, dass es sich bei absehbar zunehmender Produktpalette aus PLA für die Recyclingwirtschaft lohnen würde, ihre Anlagen auf die neuen Werkstoffe auszurichten.
Beschreibung
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Zeitschrift
Entsorga-Magazin
Ausgabe
Nr. 6
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Seiten
S. 12-15