Ursachen der Flächeninanspruchnahme in Deutschland. Eine Zwischenbilanz.

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Berlin

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ZLB: Kws 155/202

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Abstract

Die Ursachen der anhaltenden Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke sind Gegenstand einer kontroversen Debatte. Erklärungsansätze betonen entweder die Nachfrage nach Wohn-, Arbeits-, Verkehrs- und Erholungsflächen durch die privaten Haushalte und Unternehmen oder die ökonomischen und fiskalischen Interessen von Developern und Gemeinden an der Erschließung von Bauland. Vor diesem Hintergrund dieser - keineswegs nur akademisch relevanten Kontroverse - wird in diesem Beitrag der Stand der nationalen und internationalen Forschung zu den Ursachen des Flächenverbrauchs resümiert. Dies beinhaltet zunächst eine Gegenüberstellung der einschlägigen Theorien bevor anschließend die zentralen Befunde einer empirischen Studie zu den Einflussfaktoren der Flächenneuinanspruchnahme kommentiert und mit Blick auf den erwähnten Meinungsstreit bewertet werden. Ein knappes Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und formuliert Empfehlungen für die Siedlungs- und Flächenpolitik von Bund, Ländern und Regionen. Als ein Hauptergebnis lässt sich festhalten, dass die Erklärungsfähigkeit der Flächeninanspruchnahme mit nachfragebezogenen Faktoren im Übergang von einer Wachstumsphase in eine Stagnations- und Schrumpfungsphase tendenziell abnimmt. Die wachstumsinduzierte Mehrnachfrage nach baulichen Nutzflächen sowie Infrastruktur- und Erholungsflächen ist nur noch in wenigen Regionen primärer Erklärungsfaktor des ungebrochenen Siedlungs- und Verkehrsflächenwachstums. Der erkennbare Bedeutungszuwachs angebotsorientierter kommunaler Baulandpolitiken, die auf Einnahmeeffekte durch die Baulandausweisung sowie die Auslastung der Infrastruktur durch die gezielte Ansiedlung von Familien abzielen, erfordert neue flächenpolitische Strategien und Maßnahmen.

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S. 45-55

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