Großwohnsiedlungen als Gestaltungsraum des demografischen Wandels. Ausgewählte Ergebnisse einer Langzeitstudie in der ostdeutschen Großwohnsiedlung Leipzig-Grünau zu Potenzialen eines unterschätzten Quartierstyps.

Routledge
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Routledge

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Abingdon

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0251-3625

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ZLB: Kws 155 ZB 6792
BBR: Z 2513
IFL: I 4087

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Abstract

Großwohnsiedlungen werden in Ostdeutschland häufig mit stereotypen Zuschreibungen bestehend aus Abwanderung, Alterung, Perspektivlosigkeit der Jugendlichen, sozialem Abstieg und Abriss etikettiert. Sie dienen auffallend oft als Kulisse für die Darstellung sozialer Konfliktsituationen. Erfolgsgeschichten werden in diesem Umfeld selten erzählt. Um dieser undifferenzierten und pauschalisierenden Perspektive ein sachliches Bild entgegenzusetzen, sind solide empirische Forschungen zur Historie, dem aktuellen Entwicklungsstand und den möglichen Zukunftpfaden von Großwohnsiedlungen in ihrem jeweiligen lokalen Kontext erforderlich. Die ursprünglichen Ziele und Entstehungsbedingungen dieser Baustrukturen gilt es nach Meinung von Thomas Sieverts mit Achtung und Respekt zu behandeln, da sie eine wichtige Epoche der europäischen Stadtgeschichte darstellen. Ebenso ist im medialen Umgang mit den Bewohnern der Großwohnsiedlungen Sachlichkeit erforderlich. Viele Menschen wohnen seit den Anfangsjahren ihrer Existenz hier, sie haben das Wachsen und Reifen der Siedlungen unmittelbar erlebt und mitgestaltet. Es ist ihre Heimat und sie wollen bleiben. Öffentlich erfahren sie allerdings seit Jahren eine anhaltend stigmatisierende mediale Berichterstattung. Solche Zuschreibungen verstellen den Blick auf die tatsächliche Differenziertheit in den Siedlungen und verhindern die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit den existierenden Problemen, aber auch mit den Chancen. Entgegen vereinfachten Überblicksbeschreibungen konzentriert sich der Beitrag auf eine ausgewählte Thematik: die Wirkungen des als Megatrend klassifizierten demografischen Wandels.
In this paper, data are used from a longitudinal study to draw a realistic picture of the housing conditions and future potential of large housing estates with a focus on demographic change. In doing so, we plead for a broader look at demographic dynamics: going beyond ageing and population loss to encompass changes of household size and compositions or diverse mobility patterns. Our empirical results, generated in the large housing estate of Leipzig-Grünau in Eastern Germany, show huge changes in the demographic characteristics of estate residents within just 30 years, especially faster aging, a steep decline in household size, and a rapidly e growing share of one-person households. Years of outmigration have caused a massive overall population loss that only recently came to a halt. Nevertheless, we are also able to provide evidence that a wide range of demographic groups still live in this estate and appreciate the living conditions in terms of housing, service facilities and recreation areas. The changes in household and age structures produce particular housing demands (appropriate apartments and services), which could be broadly satisfied within the large housing estate due to existing diverse residential offers for various housing needs. In conclusion, we argue that large housing estates have an important but underestimated potential to meet housing demand under the conditions of demographic change. Furthermore, the demographic challenges discussed here can be seen as important for other residential areas too.

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Nr. 2

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S. 60-74

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