Statistische Probleme bei der Armutsmessung.

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Baden-Baden

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ZLB: 99/1849-4

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GU

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Abstract

Das Gutachten soll zu einer Versachlichung der Debatte um Armut in Deutschland beitragen. Der Gutachter grenzt zunächst zwei Bedeutungen der "Armut" gegeneinander ab, die "objektive Armut", die er "Existenznot" nennt und die den nackten Kampf ums Überleben meint, und die "subjektive" Armut, die als "Sozialnot" bezeichnet eine Benachteiligung gegenüber "Besserverdienenden" ausdrückt. Der Abschnitt "Armut gestern und heute: Vom Hungertuch zum Neidkomplex" zeichnet die unterschiedliche Verwendung des Armutsbegriffs seit den Bismarckschen Sozialreformen nach, zu deren Zeiten das Zusammenfallen von Armut und Existenznot nicht in Frage stand. Die heute fast universell benutzte Formel von der "Armutsgrenze bei 50% des Durchschnittseinkommens", die 1967 zum erstenmal auftaucht, basiert auf einer Gleichsetzung von Ungleichheit und Armut. Dieses Festmachen der Armut an der Hälfte des Druchschnittseinkommens, oder an irgendeinem anderen festen Parameter der Einkommensverteilung, zementiert das fundamentale Mißverständnis vom Gleichsetzen von Armut und Ungleichheit. Indem Armut am Abstand "von den anderen" gemessen wird, wird das Ausrotten von Armut ein hoffnungsloses Unterfangen. goj/difu

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41 S.

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Schriftenreihe des Bundesministeriums für Gesundheit; 94