Hahn, Anna Lena2021-12-012021-12-012022-11-262021-12-012022-11-2620212192-8924https://orlis.difu.de/handle/difu/583112Der Beitrag wirft einen Blick auf Bewegungschoreografien urbaner Orte und darauf, wie sie die Atmosphären von Städten beeinflussen. Mit Bezug auf David Seamon, der Alltagsbewegungen in Städten als „body-and-place-ballets“ bezeichnet, werden drei Situationen untersucht, in denen solche alltäglichen Bewegungschoreografien unterbrochen sind: Die erste Szene spielt in Tel Aviv an Yom Kippur. Am höchsten jüdischen Feiertag geschieht in der Stadt (vermeintlich) nichts. Doch während der Alltag unterbrochen ist, finden ungewohnte Aktivitäten einen Platz in der Stadt. Eine ähnliche Unterbrechung des Alltäglichen erfuhr das Ruhrgebiet 2019 bei der Aktion “Still-leben Ruhrschnellweg". Die A40, meist befahrene Autobahn im Ruhrgebiet, wurde für einen Tag gesperrt und für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Die letzte Szene spielt in einer Großstadt während des Lockdowns, die in dieser Zeit der verlegenen Bewegungen trist und bedrückend wirkt. Schnelle, huschende Bewegungen auf den Straßen, eine merkwürdige Stille und geometrische Warteschlangen vor Geschäften sorgen dort für eine beklemmende Stimmung. Alle drei Szenen beschreiben Situationen, in denen sich die Bewegungsflüsse von Orten und dadurch die erlebten Atmosphären des Ortes gänzlich verändern. An diesem Wandel wird ersichtlich, dass Städte keine materiellen Konglomerate sind, sondern ihre Lebendigkeit von den Bewegungen und Szenen abhängt, die in ihr stattfinden.Urbane Choreografien. Ein Blick auf Bewegungslandschaften städtischer Orte.Zeitschriftenaufsatz2601647-3StadtforschungStadtraumStadtbewohnerAlltagsverhaltenFortbewegungBewegungsverhaltenStillstandRaumwahrnehmung