Roesler, Sascha2020-07-042020-07-042022-11-252020-07-042022-11-2520202192-8924https://orlis.difu.de/handle/difu/576914Mit der Ausbreitung des Coronavirus sehen sich Architektur und Stadtplanung erneut in die Pflicht genommen, sich mit der Hygiene in den Städten Europas auseinanderzusetzen. Dabei erscheint das Hygiene-Thema nicht mehr primär im Zeichen des Slums und der „Wohnungsfrage" (Friedrich Engels), sondern der „Risikogesellschaft" und damit eines neuartigen urbanen „Experimentalismus" (Ulrich Beck), welcher langfristig mit Unwägbarkeiten zu rechnen hat. Zwei planerische Konzepte im Umgang mit Unsicherheit, mit signifikanten Implikationen für die Architektur und Stadtplanung, stechen dabei besonders hervor. Die gegenwärtigen Ereignisse rund um das Coronavirus werden die Debatte über die digitale Durchdringung von Städten auch in Europa verändern. Stadtstaaten wie Singapur nutzen das planerische Konzept der Smart City, um den Raum der Stadt umfassend mit aus Daten gewonnenen Informationen zu verknüpfen. Das Tracking der Bewegungsprofile infizierter Stadtbewohner erscheint dabei bloß als eine weitere Anwendung des Smart-City-Kalküls. Der staatlich verordnete Ausnahmezustand führt momentan aber auch zu einem experimentellen Erfahrungsraum, welcher in Europa durch ein neuartiges zivilgesellschaftliches Engagement weiter verstärkt wird. Ein solcher Erfahrungsraum kann mit einer Idee umschrieben werden, die seit rund 20 Jahren unter dem Title des „Living Lab“ zur Entfaltung gebracht wird.Epidemiologie und Stadtplanung haben eine gemeinsame Geschichte und auch Zukunft.Zeitschriftenaufsatz2601647-3StadtplanungEpidemiologiePlanungsgeschichteStadthygienePlanungskulturSmart CityExperimentKulturwandelReallaborCorona-Krise