Walzer, Michael1995-06-262020-01-032022-11-252020-01-032022-11-251992https://orlis.difu.de/handle/difu/14683In den Vereinigten Staaten hat dieses vor zehn Jahren erschienene "Spheres of Justice" eine lebhafte Diskussion ausgelöst, die nun auch die Bundesrepublik erreicht hat. Der Verf. vertritt bei dem Versuch, die Frage zu beantworten, was in der Moderne als Gerechtigkeit anzusehen sei, die Überzeugung, daß nicht - wie etwa bei Rawls - eine einzige Verfahrensregel die Zuteilung knapper Güter ordnen könne, sondern daß Gerechtigkeit nur als plurale möglich sei: Für die jeweils zu verteilenden Güter gelten jeweils spezifische Verteilungsprinzipien. Unter diesen Zwang zur Distribution fallen nun aber nicht nur Geld und Waren, politische Macht, Sicherheit und Wohlfahrt, sondern auch Anerkennung, Freiheit, Verwandtschaft und Liebe usw. Für jede Distributionssphäre zeigt der Verf., welche Verteilungskriterien für angemessen gehalten werden und daß es notwendig ist, die einzelnen "Sphären" mit ihren jeweiligen Verteilungspinzipien gegeneinander abzuschotten. Der Besitz eines Gutes darf nicht ausschlaggebend für den Besitz anderer Güter sein, Erfolge in der "Marktsphäre" beispielsweise dürfen nicht bestimmend sein für die Verteilung etwa von politischen Ämtern oder Zuneigung. Nur bei Trennung und Autonomie einzelner Bereiche kann es in komplexen Gesellschaften gelingen, Gleichheit und Gerechtigkeit miteinander zu vereinbaren. - Bgm.Sphären der Gerechtigkeit. Ein Plädoyer für Pluralität und Gleichheit.MonographieB93070138PhilosophieGesellschaftVerteilungÖffentliche GüterArbeitFreizeitBildungWertvorstellung