Mogelpackung. Schweizer Wissenschaftler warnen vor Mineralöl-Aromaten aus Reyclingkarton.
Deutscher Fachverl.
item.page.uri.label
Loading...
Date
Journal Title
Journal ISSN
Volume Title
Publisher
Deutscher Fachverl.
item.page.orlis-pc
DE
item.page.orlis-pl
Frankfurt/Main
item.page.language
item.page.issn
0933-3754
item.page.zdb
item.page.orlis-av
ZLB: 4-Zs 5887
BBR: Z 551
BBR: Z 551
item.page.type
item.page.type-orlis
relationships.isAuthorOf
Abstract
Allein in Deutschland verarbeit die Industrie über 15 Millionen Tonnen Altpapier und Altpappe im Jahr. Bislang galt das Recycling in diesem Sektor als Erfolgsgeschichte. Doch Untersuchungen von Chemikern des Kantonalen Labors Zürich könnten diesen Kreislauf ins Stocken bringen. Sie untersuchten in Recyclingkarton verpackte Lebensmittel und fanden heraus, dass viele mit Mineralöl in unakzeptablen Mengen verunreinigt sind. In dem Beitrag werden die Untersuchungsergebnisse vorgestellt. Es wurden unbedruckte Pappschachteln, bedruckte Verpackungen und 119 verschiedene Lebensmittel auf deren Gehalt an technischen Mineralölen mit Hilfe chromatischer Methoden analysiert. Ihre Messungen konzentrierten sich dabei auf Öle mit einer Kettenlänge bis zu 24 Kohlenstoff-Atomen, da dieser Teil der Mineralöle leicht verdampft und in den Bereich der Molekularmassen fällt, die im menschlichen Körper angereichert werden. Über die Toxizität der gefundenen Ölspuren beim Menschen weiß man bislang wenig, doch ähneln die enthaltenenAromaten chemisch den polyaromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), unter denen sich potenzielle Krebserreger befinden. Quelle der Ölspuren ist nicht die Faser selbst. Vielmehr stammt das Mineralöl aus den Druckfarben - zum einen aus dem Druck auf der Schachtel, zum anderen indirekt aus den Farbresten des recycelten Materials. Um Gesundheitsgefahren auszuschließen gibt es im Prinzip drei Lösungswege: Industrie und Handel verzichten generell auf Kartonverpackungen im Lebensmittelbereich; Lebensmittel müssen zusätzlich durch einen dicht schließenden Extrabeutel geschützt werden; Lebensmittelkartons werden ausschließlich aus Frischfasern hergestellt und mit mineralölfreien Farben bedruckt. Ein Forschungsverbund aller großen Ölkonzerne will in einer von der Europäischen Union (EU) in Auftrag gegebenen Untersuchung Ergebnisse dazu vorlegen, wie Mineralöle im Lebensmittelkreislauf auf den Menschen wirken. Auf Basis dieser Untersuchungen will die deutsche Bundesregierung dann prüfen, ob und welche gesetzlichen Regelungen eine wirksame Ölsperre in Lebensmittelverpackungen wären.
Description
Keywords
Journal
Entsorga-Magazin
item.page.issue
Nr. 10
item.page.dc-source
item.page.pageinfo
S. 20-23