Armut, Fürsorge und gesellschaftlicher Wandel in Münster, 1756-1914.

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Münster

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ZLB: 95/638-4

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DI

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Die seit dem Mittelalter unbestrittene Schlüsselfunktion der Armenstiftungen für die kommunale Sozialpolitik in Münster blieb auch nach dem Herrschaftswechsel von 1802/15 erhalten. Zunächst kam es in Münster nicht zur Ausprägung einer vorausschauenden, künftiger Massenverarmung vorbeugenden Fürsorgepolitik. Das änderte sich erst - unter maßgeblicher Initiative des neuen Bürgertums (Kaufleute, Beamte und Fabrikanten) - nach der Pauperismuskrise der 1840er Jahre. Die nochmalige Reorganisation des lokalen Armenwesens am Ende des 19. Jahrhunderts stand im Zeichen einer erneuten Homogenisierung der katholischen Bevölkerung als Folge des Kulturkampfes. 1894 wurde das "Elberfelder System" unter Mitwirkung der katholischen Laienkaritas eingeführt. Die Entscheidung des Magistrats, sich zur Aufrechterhaltung der Armenfürsorge privater Hilfsvereine zu bedienen, erschien in sozialreformerischen Kreisen als Rückfall, bereitete jedoch in Münster den Übergang zur dualen Struktur des kommunalen Wohlfahrtswesens vor. kmr/difu

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459 S.

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