Nacht und Gerechtigkeit. Die Stadtnacht als spezifischer Zeit-Raum.

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Hannover

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ZLB: Kws 108/330

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EDOC

Abstract

Die Eroberung der Stadtnacht ist an die Verfügbarkeit der künstlichen Beleuchtung gebunden und erfolgte daher menschheitsgeschichtlich sehr spät. Stadtnacht wird trotz aller Erschließung - die allerdings weit von 24/7 entfernt ist - weiterhin als "anderer" Zeit-Raum wahrgenommen. Zum einen ist Dunkelheit nach wie vor mit negativen Assoziationen behaftet, zum anderen scheint Nacht als Kapazitätsreserve, als Raum für Freiheit, Kreativität und Experiment, der andere Möglichkeiten als der Tag eröffnet. Gleichzeitig steigen durch die zeitliche Ausdehnung von Aktivitäten in die Nacht hinein auch ökonomische Potenziale der Nachtnutzung, Nacht gewinnt als Wirtschaftsfaktor an Bedeutung. Damit sind in besonderem Maße unterschiedliche Vorstellungen, Normen und Ansprüche zur wünschenswerten, zulässigen, akzeptalen Nutzung der Stadtnacht verbunden, mit der Folge hoher Konfliktpotenziale und Konfliktintensität, die Fragen der Zeitgerechtigkeit in der Stadtnacht aufwerfen. Wer sind die Akteure der Kolonisierung der Stadtnacht? Welche Konsequenzen ergeben sich und wie sind die Folgen räumlich, zeitlich und sozial verteilt? Wenn es um die freiwillige Nutzung der Stadtnacht geht, ergeben sich darüber hinaus Fragen, ob die Erschließung der Stadtnacht für alle gleichermaßen erfolgt oder ob es spezifische raum-zeitliche Selektivitäten gibt. Gerade im Zusammenhang mit dem Wachstum der nächtlichen Vergnügungswirtschaft und der nächtlichen Erschließung durch den öffentlichen Nahverkehr rücken Konflikte zunehmend auch ins öffentliche Bewusstsein, werden Teil einer öffentlichen Debatte um Stadtnacht. Diese Konflikte und der Umgang mit planerischen Steuerungs- und Interventionsmöglichkeiten spielen eine zentrale Rolle für die Auseinandersetzung mit Fragen der raumzeitlichen Gerechtigkeit in der Stadtnacht und stehen daher im Zentrum des Beitrags.

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S. 109-139

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Forschungsberichte der ARL; 9